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Jazenjuk zum Gasstreit mit Russland: "Kein Grund, Putin zu vertrauen"

Gasstreit mit Russland  

Jazenjuk: "Kein Grund, Putin zu vertrauen"

20.10.2014, 11:04 Uhr | dpa

Jazenjuk zum Gasstreit mit Russland: "Kein Grund, Putin zu vertrauen". Viele Abhängigkeiten: Russisches Gas fließt durch die Ukraine in den Westen (Quelle: dpa)

Viele Abhängigkeiten: Russisches Gas fließt durch die Ukraine in den Westen (Quelle: dpa)

Im Gasstreit mit Russland rechnet der ukrainische Regierungschef Arseni Jazenjuk trotz jüngster Fortschritte mit weiterhin schwierigen Gesprächen. Kremlchef Wladimir Putin verzögere die Lösung mit immer neuen Forderungen. "Ich habe keinen Grund, Putin zu vertrauen", sagte Jazenjuk im ukrainischen Fernsehen.

Der ukrainische Präsident Petro Poroschenko hatte am Wochenende eine Einigung mit Russland zumindest auf einen vergleichsweise günstigen "Winterpreis" verkündet. Beobachter werten die positiv klingende Ankündigung Poroschenkos auch als Taktik, denn er kämpft um eine klare Mehrheit bei den Parlamentswahlen am Sonntag.

Regierungschef Jazenjuk gibt sich da wesentlich skeptischer. Nun sei ein tragfähiges Abkommen nötig, sagte er: "Eine Vereinbarung braucht Unterschriften, derzeit gibt es nur Gespräche." Was die Ukraine dabei braucht, ist viel Geld. Die bisher vom Westen zugesagten 30 Milliarden Dollar hatte der ukrainische Außenminister Pawel Klimkin bereits als nicht ausreichend bezeichnet.

Eine Position für den Gasgipfel

Die Ukraine erhofft sich deshalb konkrete Ergebnisse vom EU-Energiekommissar Günther Oettinger, der am heutigen Dienstag nach Kiew kommt. Jazenjuk erwartet, dass sich sein Land und die Europäische Union auf eine einheitliche Position einigen. Am Dienstag nämlich treffen sich Vertreter der Ukraine, Russlands und der EU-Kommission in Brüssel zu einem Gasgipfel.

Der russische Gazprom-Konzern bekräftigte, dass die Bezahlung von rund 3,5 Milliarden Euro bis zum Jahresende durch die Ukraine weiter im Raum stehe. Der Energie-Riese bezweifelt, dass sich das finanziell angeschlagene Land diese Summe leisten könne. "Der Ball liegt im Feld der EU-Kommission", sagte Gazprom-Chef Alexej Miller in Moskau.

Engpässe schon 2009

Die Ukraine ist wichtiges Transitland für russisches Gas nach Westeuropa. Moskau fürchtet, dass Kiew bei einem andauernden Streit Gas für den Eigenbedarf abzapft. Dies führte bereits 2009 zu Engpässen in der EU.

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