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300 Tote in zehn Tagen in der Ukraine

Vor der Wahl in "Neurussland"  

300 Tote in zehn Tagen in der Ukraine

01.11.2014, 16:33 Uhr | AFP

300 Tote in zehn Tagen in der Ukraine. Die Kämpfe in der Ukraine dauern trotz der Waffenruhe an (Quelle: Archivbild Reuters)

Die Kämpfe in der Ukraine dauern trotz der Waffenruhe an (Quelle: Archivbild Reuters)

Vor den von den prorussischen Separatisten für Sonntag geplanten Parlaments- und Präsidentschaftswahlen in den ostukrainischen Regionen Donezk und Lugansk hält die Gewalt in der Region unvermindert an. In den vergangenen zehn Tagen seien mehr als 300 Menschen getötet worden, teilten die Vereinten Nationen mit.

Die UN erklärte, die Zahl der seit dem Beginn des Konflikts im April getöteten Menschen sei auf 4035 gestiegen. Eigentlich gilt seit Anfang September eine Waffenruhe zwischen der Armee und den Separatisten, die rund um die Städte Donezk und Lugansk sogenannte Volksrepubliken ausriefen.

Tote trotz Waffenruhe

Nach jüngsten Militärangaben wurden bis Samstag binnen 24 Stunden sechs Soldaten getötet. Am Samstag gab es in Donezk weiter heftige Kämpfe.

Die von den UN genannte Opferzahl schließt jene 298 Menschen mit ein, die im Juli beim Absturz der Passagiermaschine MH17 über der Ostukraine ums Leben kamen. Nach UN-Angaben wurden durch den Konflikt 930.000 Menschen aus ihren Wohnorten in den Regionen Donezk und Lugansk vertrieben. Fast 490.000 Flüchtlinge suchten demnach Schutz im Ausland, die meisten davon im benachbarten Russland.

Kritik an Russland

Der UN-Bericht wurde kurz vor den geplanten Parlaments- und Präsidentschaftswahlen in Donezk und Lugansk veröffentlicht. Diese seien "ein Hindernis für die Friedensverhandlungen und werden sich negativ auf die humanitäre Lage in den Konfliktgebieten auswirken", erklärte die UN. Zudem wurde die "einseitige" Entscheidung Russlands kritisiert, einen neuen Konvoi mit Hilfsmitteln in den Osten der Ukraine zu entsenden.

Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) rief Russland dazu auf, sein Bekenntnis zur Einheit der Ukraine durch Taten zu belegen. "Letztlich hat es Russland in der Hand zu entscheiden, welche Beziehungen es mit uns haben möchte", sagte Steinmeier der "Neuen Osnabrücker Zeitung".

Moskau soll Einfluss geltend machen

Moskau müsse seine Einflussmöglichkeiten nutzen, um zur friedlichen Lösung des Ukraine-Konflikts beizutragen. Dies gelte "an diesem Wochenende besonders beim Umgang mit den Abstimmungen, die von den Separatisten in der Ostukraine abgehalten werden sollen", sagte Steinmeier.

Moskau will das Wahlergebnis ungeachtet der internationalen Kritik anerkennen. Aus Sicht des Westens und der Regierung in Kiew untergräbt Russland damit den Friedensprozess, der am 5. September mit der Ausrufung einer Waffenruhe begann.

Die US-Regierung bekräftigte ihre Kritik an dem geplanten Urnengang. Dieser dürfe für Moskau kein "Vorwand" sein, weitere Truppen in das Nachbarland zu entsenden oder den Separatisten Waffen zu liefern, hieß es aus dem Weißen Haus. Der Westen und Kiew werfen Russland vor, die Separatisten seit Monaten militärisch zu unterstützen. Die russische Regierung weist dies jedoch zurück.

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