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Michael Hartmann meldet sich in Edathy-Affäre zu Wort

 (Quelle: dpa)

De Maizière belastet Abgeordneten  

Hartmann beruft sich in Edathy-Affäre auf Erinnerungslücken

11.06.2015, 18:07 Uhr | dpa

Michael Hartmann meldet sich in Edathy-Affäre zu Wort. In der Edathy-Affäre meldet sich der SPD-Abgeordnete Michael Hartmann nur noch über seinen Anwalt zu Wort. (Quelle: dpa)

In der Edathy-Affäre meldet sich der SPD-Abgeordnete Michael Hartmann nur noch über seinen Anwalt zu Wort. (Quelle: dpa)

Innenminister Thomas de Maizière hat den SPD-Abgeordneten Michael Hartmann im Untersuchungsausschuss zur Edathy-Affäre belastet. Nun meldet sich Hartmann zu Wort - beruft sich aber auf Erinnerungslücken.

Als Zeuge steht der SPD-Politiker dem Ausschuss nicht mehr zur Verfügung. Aber über seinen Anwalt ließ er mitteilen, er könne sich nicht erinnern, wer ihm am 10. Februar 2014 von dem Kinderporno-Verdacht gegen seinen Parteikollegen Sebastian Edathy berichtet habe.

In einem Schreiben des Anwalts heißt es: "Es kann sogar sein, dass die Information aus niedersächsischen SPD-Kreisen kam."

Hartmann hat angeblich de Maizière vorab informiert

De Maizière hatte am Mittwoch über die Ereignisse am 10. Februar, dem Tag der Hausdurchsuchung bei Edathy, ausgesagt: Am Abend dieses Tages habe Hartmann mit de Maizière am Rande einer Besprechung mit mehreren Teilnehmern über Edathy gesprochen.

Hartmann nahm den Minister nach dessen Aussage damals zur Seite und berichtete ihm nicht nur über die Hausdurchsuchung, sondern auch über den Kinderporno-Verdacht - noch bevor der Fall in den Medien große Wellen geschlagen hatte.

Das wirft die Frage auf, von wem Hartmann dieses Wissen hatte. Denn Edathy schickte Hartmann erst rund fünf Stunden später eine SMS mit Informationen zu der Durchsuchung. "Die Rolle von Michael Hartmann bleibt mysteriös", sagte Ausschussmitglied Armin Schuster (CDU).

Bereits zuvor, am 14. Januar 2014 habe Hartmann auf de Maizières Frage nach der beruflichen Zukunft Edathys geantwortet, dieser komme wegen eines "persönlichen Problems" für einen Spitzenposten nicht mehr infrage. Hartmann will zu diesem Zeitpunkt aber nach eigener Aussage noch nichts über die damals laufenden Ermittlungen gewusst haben.

Wer informierte Edathy?

Das Strafverfahren gegen Edathy war im vergangenen März gegen Zahlung einer Geldauflage eingestellt worden. Die Staatsanwaltschaft hatte dafür ein Schuldeingeständnis Edathys zur Bedingung gemacht.

Der Untersuchungsausschuss soll nun herausfinden, wer Edathy vor den Ermittlungen gewarnt und dadurch bei der möglichen Vernichtung von Beweismitteln geholfen haben könnte. Edathy hat Hartmann als Informanten benannt. Dieser bestreitet das. Er ist seit Monaten krankgeschrieben.

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