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Warum diese Pakete die wertvollsten sind (Anzeige)

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Besinnlicher Lieferboom  

Warum diese Pakete die wertvollsten sind

Von Anna Meran

25.11.2019, 10:22 Uhr
. Von der Außenwelt abgeschnitten: Diese Region im Südsudan kann nur noch mit dem Helikopter erreicht werden (Quelle: UNICEF/UN0120040/Makundi)

Von der Außenwelt abgeschnitten: Diese Region im Südsudan kann nur noch mit dem Helikopter erreicht werden (Quelle: UNICEF/UN0120040/Makundi)

Advent, Advent – Startschuss für den größten Lieferboom des Jahres: 19 Millionen Pakete werden bis Weihnachten wieder durch's Land fliegen. Zeitgleich stirbt alle 13 Sekunden ein Kind an den Folgen von Hunger. Die wichtigsten Pakete gehen deshalb auch in der Weihnachtszeit in Krisenregionen wie den Südsudan.

In den Paketen: lebensrettende Milch und Erdnusspaste für schwer mangelernährte Kinder. Für sie zählt jede Minute. Ohne Lieferung, keine Überlebenschance. Diese verdanken wir den heldenhaften Helfern von Hilfsorganisationen, die an ihre eigenen Grenzen gehen, um weltweit auch dort Kinder zu versorgen, wo es keine Straßen mehr gibt. 

UNICEF-Lkw-Fahrer Rogers Kenei ist einer dieser Helden. Kaputte, matschige Straßen, überschwemmte Gebiete und Menschen, die mit Waffen aus dem Nichts auftauchen. Das ist Keneis Joballtag. Bei jeder Lieferung von Hilfspaketen setzt er sein Leben aufs Spiel. Auf seinen Fahrten in entlegene Regionen wurde er schon mehrmals ausgeraubt oder musste sich die ungehinderte Weiterfahrt erkaufen. 

Rettung mit Hindernissen 

Endstation? Die Lieferanten der lebensrettenden Hilfspakete wissen nie, ob sie auch an ihrem Ziel ankommen. (Quelle: UNICEF/South Sudan)Endstation? Die Lieferanten der lebensrettenden Hilfspakete wissen nie, ob sie auch an ihrem Ziel ankommen. (Quelle: UNICEF/South Sudan)

Wenn alle anderen Wege versperrt sind, müssen die Helfer samt Hilfsgütern per Helikopter eingeflogen werden. Und das geht auch nur, wenn es die Sicherheitslage in den Bürgerkriegsregionen zulässt. Endlich am Ziel, muss es schnell gehen: Das Team aus zehn bis 15 Mitarbeitern bereitet die Verteilung der lebenswichtigen Hilfsgüter gut vor, richtet Ausgabestellen ein und schult Freiwillige aus den Dörfern, damit sie das Team unterstützen.

Im Ernährungszentrum gibt eine Helferin einer Mutter die Wochenration Erdnusspaste für ihr mangelernährtes Kind mit. (Quelle: UNICEF/UNI229079/Estey)Im Ernährungszentrum gibt eine Helferin einer Mutter die Wochenration Erdnusspaste für ihr mangelernährtes Kind mit. (Quelle: UNICEF/UNI229079/Estey)

Zehn Tage, um ein ganzes Dorf zu retten

Für akut mangelernährte Kinder, die dazu noch kein Trinkwasser haben, zählt jede Sekunde. Um ihnen schnell und gezielt helfen zu können, hat UNICEF 2017 gemeinsam mit dem Welternährungsprogramm die sogenannten Rapid Response Missions ins Leben gerufen. Ziel der Missionen ist es, Nahrungsmittel, Wasser und Hygieneartikel schnellstmöglich in die betroffenen Regionen zu liefern und die medizinische Versorgung vor Ort sicherzustellen.

Ein Helfer untersucht ein Kind: Wenn der Armumfang im roten Bereich ist, heißt das akute Mangelernährung. (Quelle: UNICEF/UNI229078/Estey)Ein Helfer untersucht ein Kind: Wenn der Armumfang im roten Bereich ist, heißt das akute Mangelernährung. (Quelle: UNICEF/UNI229078/Estey)

Eine Rapid Response Mission dauert in der Regel zwischen zehn und 30 Tage. Im Anschluss plant UNICEF gemeinsam mit den Partnern die weiteren Maßnahmen für die notleidenden Familien, wie den Bau von Wasserleitungen oder Gesundheitszentren.

Mutter von Soldaten verschleppt

Wie im Dorf Waluk im Südsudan, wo die kleine Nyalel Gatcauk lebt. Das Mädchen fängt sofort an zu weinen, wenn die Tante es kurz neben sich absetzt. Tante Angelina ist der letzte Halt: Nyalels Mutter wurde vor Kurzem von Soldaten verschleppt. Seitdem kämpft sich Angelina mit fünf eigenen Kindern und der kleinen Nyalel durch. 

Mutter verschleppt: Die zweijährige Nyalel hat nur noch ihre Tante Angelina (Quelle: UNICEF/UN055446/Modola)Mutter verschleppt: Die zweijährige Nyalel hat nur noch ihre Tante Angelina (Quelle: UNICEF/UN055446/Modola)

Der Bürgerkrieg hat ihr Zuhause von der Außenwelt abgeschnitten. Es fehlt an allem: Trinkwasser, ausreichend Nahrung, Schutz. "Ich wünschte, ich könnte meinen Kindern ein normales Leben bieten. Sie zur Schule schicken, ihnen neue Kleider kaufen. Ich wünschte, sie könnten tagsüber draußen spielen. Aber das ist unmöglich. Der Krieg hat alles in unserem Leben zerstört."

Kleine Päckchen mit großer Wirkung

Nyalel hat Glück. Sie ist eines der Kinder, die UNICEF untersucht und versorgt. Wie ihre Stiefgeschwister ist sie schwer mangelernährt und bekommt eine Spezialnahrung aus Erdnusspaste, die sie wieder aufpäppelt. 

Praktisch und hygienisch: Nyalel bekommt Erdnusspaste direkt aus dem Päckchen.  (Quelle: UNICEF/UN055445/Modola)Nyalel bekommt Erdnusspaste direkt aus dem Päckchen. Die Spezialnahrung gibt ihr schnell neue Kraft. (Quelle: UNICEF/UN055445/Modola)

Spezialnahrung gehört zu den wichtigsten Hilfslieferungen für schwer mangelernährte Kinder wie Nyalel. Denn sie hilft, Leben zu retten. UNICEF-Mitarbeiter packen jeden Tag neue Pakete mit Erdnusspaste, Spezialmilch oder Impfstoffen und bringen sie bis in die letzten Winkel der Erde. So erreicht UNICEF die Kinder, die Hilfe am dringendsten brauchen.

Schritt für Schritt: Mangelernährte Kinder wie dieser Junge müssen mit Spezialmilch und Erdnusspaste wieder langsam aufgebaut werden. (Quelle: UNICEF/UNI229076/Estey)Schritt für Schritt: Mangelernährte Kinder wie dieser Junge müssen mit Spezialmilch und Erdnusspaste wieder langsam aufgebaut werden. (Quelle: UNICEF/UNI229076/Estey)

Viele Kinder warten noch auf Hilfe! Sorgen Sie dieses Jahr in der besinnlichen Adventszeit dafür, dass die wirklich wichtigen Pakete ausgeliefert werden. Unterstützen Sie die Helfer mit Ihrer Spende, um alle Kinder in Not zu erreichen.



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