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So wehrt sich das Mädchen Muna gegen den unsichtbaren Feind (Anzeige)

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Coronakrise im Flüchtlingscamp  

So wehrt sich das Mädchen Muna gegen den unsichtbaren Feind

Von Anna Meran

17.09.2020, 11:29 Uhr
Unicef-Video: So lebt Muna im Jemen während der Corona-Pandemie

Muna lebt in einem Camp für vertriebene Familien im Jemen. In ihrem persönlichen Video nimmt sie uns mit in ihren Alltag. Schnell wird deutlich, vor welchen Herausforderungen sie durch das Coronavirus steht. (Quelle: Unicef)

Unicef vor Ort: So lebt Muna im Jemen während der Corona-Pandemie. (Quelle: Unicef)


"Auch wenn wir keine Seife haben, waschen wir uns die Hände gut."  Diese Szene des "Selfie-Videos" über das Leben des Mädchens Muna Zayed im Flüchtlingscamp zeigt auf einen Blick das ganze Elend der Kinder im Jemen. Nach mehr als fünf Jahren Krieg stellt sich den ohnehin schon schwer gebeutelten Menschen dort ein weiterer Feind in den Weg: das Corona-Virus.

Es ist kein herkömmliches Selfie-Video, auch wenn es auf den ersten Blick kurz so scheinen mag. Das Mädchen, das da so tapfer in die Kamera lächelt, hat angesichts des Elends, das es umgibt, eigentlich wenig Grund zu strahlen. Muna ist zehn Jahre alt und lebt mit ihrer Familie im Al Sha’ab-Lager im südlichen Aden. Sie sieht eher aus wie fünf, so ausgezehrt sind ihre Arme und Beine. Erst als sie zu sprechen beginnt, wird ihr tatsächliches Alter glaubhafter.

 Munas Geschwister auf dem einzigen Bett im einzigen Schlafraum ihrer Hütte im Lager. (Quelle: UNICEF / UNI324057)Munas Geschwister auf dem einzigen Bett im einzigen Schlafraum ihrer Hütte im Lager. (Quelle: UNICEF / UNI324057)

Seit über fünf Jahren herrscht Krieg im Jemen. 2 Millionen Kinder wie Muna mussten nach UNICEF-Angaben wegen der Kämpfe schon fliehen. Hunderttausende Familien haben ihre Heimat verloren. Doch auch fernab der Kampfhandlungen wird das Leben für zahlreiche Kinder mit jedem Tag gefährlicher, denn sie werden vor allem von Hunger und Krankheiten bedroht. Bereits im Jahr 2018 starb alle zehn Minuten im Jemen ein Kind an einer vermeidbaren Krankheit. 

Malnutrition Aden (Quelle: © UNICEF/UNI313433/)Viele Kinder im Jemen leiden an Hunger und den Folgen von Mangelernährung. (Quelle: © UNICEF/UNI313433/)

Nun verschärft die Corona-Pandemie die ohnehin schon dramatische Lage. Es gibt so gut wie keine Infrastruktur, geschweige denn medizinische Versorgung. 580 Menschen sind im Jemen bereits an Covid-19 gestorben, wobei die Dunkelziffer vermutlich noch deutlich höher ist.

Corona: die Angst vor dem unsichtbaren Feind

Auch in Munas Camp geht die Angst vor dem unsichtbaren Feind um. Trotz aller Widrigkeiten versucht Muna, die sich selbst als „Vertriebene“ bezeichnet, so etwas wie Normalität zu leben. Sie spielt mit ihren Geschwistern oder hilft ihrer Mutter bei der Hausarbeit. Die Corona-Vorsichtsmaßnahmen wie das gründliche Waschen von Händen und Lebensmitteln sind ihr dabei schon in Fleisch und Blut übergegangen. „Auch wenn wir keine Seife haben, waschen wir uns die Hände gut“, sagt Muna unbeirrt und wirkt dabei fast ein bisschen zu erwachsen. Das Wasser dazu holt sie gemeinsam mit ihrer Freundin Rahf. Früher gingen die beiden Mädchen gemeinsam zur Schule, doch seit dem Ausbruch der Covid-19-Pandemie ist diese geschlossen. Nun machen sie sich jeden Morgen in aller Frühe auf den Weg zur zentralen Wasserstelle. Aus Angst vor einer möglichen Corona-Infektion wollen sie lange Schlangen beim Anstellen möglichst vermeiden.

Muna und ihre Freundin Rahf holen sehr früh morgens Wasser, um die Schlangen wegen Covid-19 zu vermeiden.  (Quelle: UNICE / UNI324054)Muna und ihre Freundin Rahf holen sehr früh morgens Wasser, um die Schlangen wegen Covid-19 zu vermeiden. (Quelle: UNICE / UNI324054)

Wachsender Bedarf an Hilfsgütern, die vor Corona schützen

Das Wissen um diese Schutzvorkehrungen ist auch der Aufklärungsarbeit von UNICEF zu verdanken. Bereits 16 Millionen Menschen im Jemen konnten dank des Einsatzes freiwilliger Helfer darüber informiert werden, wie sie sich vor der Ausbreitung des heimtückischen Virus schützen können. Ein Stück Hilfe zur Selbsthilfe inmitten einer humanitären Katastrophe. Neben lebenswichtigen Hilfsgütern, Hygienesets und Schutzartikeln wie Masken und Handschuhen wurde von UNICEF im Juni die erste große Lieferung von Corona-Test-Kits ins Land gebracht. Und der Bedarf wächst. Weitere Hilfe wird dringend gebraucht, damit Kinder im Jemen ausreichend medizinisch betreut werden können.

"Mehr als 8 Millionen Menschen im Jemen sind auf Spenden angewiesen, um Hygieneartikel wie etwa Seife zu bekommen. Vier Millionen von ihnen – fast die Hälfte davon Kinder wie Muna – sind unmittelbar von unseren UNICEF-Hilfslieferungen abhängig", so Marixie Mercado, UNICEF Sprecherin in Genf. Über die hygienischen Hilfsmaßnahmen hinaus, benötigen sogar 24 Millionen Menschen im Jemen insgesamt humanitäre Hilfe.

1,7 Millionen Kinder im Jemen haben ihre Heimat verloren. (Quelle: UNICEF / YEM-HYGEIN )1,7 Millionen Kinder im Jemen haben ihre Heimat verloren. (Quelle: UNICEF / YEM-HYGEIN )

„Ich hoffe, dass Corona nie zu uns kommt“, wünscht sich Muna am Ende ihres Videos. Damit es nicht beim bloßen Wunsch bleibt, benötigt Muna, benötigen alle Kinder im Jemen Ihre Hilfe, denn sie sind die großen Verlierer in einem verlorenen Land. Unterstützen Sie UNICEF mit Ihrer Spende, damit diese Kinder auch weiterhin mit dem Nötigsten versorgt werden können. 



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