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Himmelsscheibe ist komplexe astronomische Uhr

Archäologie  

Himmelsscheibe ist komplexe astronomische Uhr

21.02.2006, 16:12 Uhr | dpa

Die 3600 Jahre alte Himmelsscheibe von Nebra ist nach Erkenntnissen von Wissenschaftlern eine komplexe astronomische Uhr, die Sonnen- und Mondkalender miteinander verknüpft. "Das ist eine deutliche Erweiterung unseres bisherigen Wissens zur Bedeutung und Funktion der Himmelsscheibe", sagte Landesarchäologe Harald Meller. "Die Funktion dieser Uhr war sehr wahrscheinlich nur einer kleinen Gruppe bekannt."

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Die älteste Himmelsabbildung der Welt
Die Himmelsscheibe ist die älteste Himmelsabbildung der Welt. "Die Sonne gab Tag und Jahr vor, das war für die Landwirtschaft wichtig. Der Mond wurde zur Bestimmung des neuen Monats benötigt", sagte Meller. "Der Mondkalender ist aber elf Tage kürzer als der Sonnenkalender. Die Sensation ist, dass die bronzezeitlichen Menschen das Mond- und das Sonnenjahr in Einklang gebracht haben. Das hätten wir ihnen nie zugetraut."

Scheibe in 400 Jahren mehrmals verändert
Das mit Hilfe der Himmelsscheibe erworbene Wissen um den Schaltmonat ging nach Ansicht der Forscher im Laufe der maximal 400 Jahre währenden Nutzung der Scheibe irgendwann verloren. Das erklärt auch, warum die Scheibe mehrmals verändert wurde. Beispielsweise kam ein Schiff auf die Scheibe, und am Rand wurde sie vielfach gelocht. "Das bedeutet, dass zum Schluss die Scheibe ein Kultobjekt war", sagte Meller.

1000 Jahre später erstmals beschrieben
Nach Angaben des Astronoms Wolfhard Schlosser von der Ruhr-Universität Bochum haben die Erbauer der Himmelsscheibe dieselben astronomischen Beobachtungen gemacht, die 1000 Jahre später die Babylonier erstmals beschrieben. "Ob deshalb das Wissen auf der Scheibe vor Ort entstand oder aus der Ferne kam, bleibt offen."

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