Sie sind hier: Home > Panorama > Wissen > Archäologie >

Paläontologie: Ältester Vorfahre von Mensch und Affe in Hessen entdeckt

Sensationsfund in Hessen  

Forscher: Ältester Vorfahre von Mensch und Affe entdeckt

20.05.2009, 08:37 Uhr | AFP, dpa

"Ida" wurde schon 1983 in der Grube Messel gefunden (Foto: dpa)"Ida" wurde schon 1983 in der Grube Messel gefunden (Foto: dpa)

Ein 47 Millionen Jahre altes Uraffen-Fossil aus der Grube Messel bei Darmstadt könnte bahnbrechende neue Informationen über die Evolution des Menschen liefern. Die sehr gut erhaltene Versteinerung sei möglicherweise ein bislang fehlendes Verbindungsstück an der Wurzel zum Stammbaum des Menschen. Aus dem bislang unbekannten Wesen könnten später Menschen, Affen und andere Primaten hervorgegangen sein, sagte der Paläontologe Jorn Hurum bei der Vorstellung in New York.

Der Osloer Professor, der das Fossil an der Spitze eines internationalen Forscherteams untersucht hatte, maß dem Fund große Bedeutung für das Verständnis der Entstehung des Menschen zu. "Das ist das erste Bindeglied zum Menschen - ein Fossil, welches das Welterbe verbindet", sagte Hurum. Offiziell gaben die Wissenschaftler dem Wesen die Bezeichnung "Darwinius Masillae". Hurum allerdings nannte das Wesen "Ida" - nach seiner kleinen Tochter.

"Ida" bereits 1983 entdeckt

Den Angaben zufolge hatten Amateursucher das Skelett bereits im Jahr 1983 in der hessischen Fossiliengrube Messel gefunden, ohne die wissenschaftliche Bedeutung ihres Funds zu erahnen. Sie hätten es in zwei Teilen verkauft; der zweite Teil sei erst unlängst für die Wissenschaft zugänglich geworden und habe dann einen beispiellosen kompletten Blick auf "Ida" ermöglicht.

Mehr Nachrichten zum Thema Archäologie
Mehr aktuelle Nachrichten

Fossil fast vollständig erhalten

Hurum und sein Team hatten zwei Jahre an dem fossilen Skelett gearbeitet, das zu 95 Prozent außerordentlich gut erhalten ist. "Wir haben nicht nur das komplette Skelett, sondern auch die kompletten Körperumrisse und den Darminhalt", schwärmte Mitautor Jens Lorenz Franzen vom Forschungsinstitut Senckenberg in Frankfurt. "Um etwas ähnlich Vollständiges zu sehen, muss man schon zu einer menschlichen Beerdigung gehen", erklärte Hurum.

Ähnlichkeit mit Lemuren

Das Tier hat Ähnlichkeit mit Lemuren, das sind Halbaffen, wie sie heute noch auf Madagaskar leben. Die etwa 20 Zentimeter große Versteinerung zeigt den Affen-Urahn von der Seite; Beine und Gebiss sind ebenso wie Gewebereste gut zu erkennen.

Ertrank das Tier im Messel-See?

Der Fund stammt aus einer Zeit, in der die derzeitige Welt Gestalt anzunehmen begann. Die Dinosaurier waren bereits ausgestorben, eine große Vielfalt von Säugetieren durchstreifte dichte Wälder. Den Wissenschaftlern zufolge weist "Ida" ein gebrochenes Gelenk auf. Sie halten es für denkbar, dass das Wesen am Messel-See von Kohlendioxid-Dämpfen betäubt wurde, ohnmächtig ins Wasser fiel und zu Boden sank, wo eine besondere chemische Umgebung es für Jahrmillionen konservierte.


Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

Ulla Popkentchibo.deOTTOmyToysbonprix.deLIDLBabistadouglas.deXXXLutz

shopping-portal