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Schon Höhlenfrauen zogen dem Mann hinterher

Schon Höhlenfrauen zogen dem Mann hinterher

02.06.2011, 11:55 Uhr | AFP

Schon Höhlenfrauen zogen dem Mann hinterher. Die Frauen zogen um, die Männer blieben am Geburtsort: der Australopithecus (Foto: dpa) (Quelle: dpa)

Die Frauen zogen um, die Männer blieben am Geburtsort: der Australopithecus (Foto: dpa) (Quelle: dpa)

Schon bei den Höhlenmenschen war es offenbar so, dass die Frauen den Männern hinterhergezogen sind. Laut einer Studie, die die Zeitschrift "Nature" veröffentlichte, verließen beim Australopithecus, der vor rund zwei Millionen Jahren im südlichen Afrika lebte, deutlich mehr Frauen als Männer ihren Herkunftsort.

Das fand ein internationales Forscherteam mit einer Methode heraus, die "alte Knochen sprechen lässt", wie Matt Sponheimer von der Universität von Colorado es beschrieb. Die Wissenschaftler maßen leichte Veränderungen im Schwermetall Strontium, das sich in den Zähnen der Urahnen nachweisen lässt.

Frauen suchen das Weite

Die Veränderungen in dem Schwermetall spiegeln demnach die verschiedenen Bodentypen wider, auf denen der Australopithecus lebte. Da das Strontium sich in der Kindheit im Zahnschmelz anreichert, lässt seine Veränderung Rückschlüsse auf spätere "Umzüge" zu.

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Die Wissenschaftler untersuchten die Zähne von 19 Urmenschen, wobei sich die von Männern und Frauen durch ihre Größe unterschieden. Danach verließen nur zehn Prozent der Männer einen Umkreis von 30 Kilometern rund um ihren Geburtsort, von den Frauen dagegen mehr als die Hälfte. Der Brauch, die Familie zu verlassen, um dem Mann zu folgen, ist nicht nur in den meisten menschlichen Kulturen zu beobachten, sondern auch bei Schimpansen und Bonobo-Affen (Zwergschimpansen).

Zweifüßigkeits-Theorie angezweifelt

Die Erkenntnisse stellen auch die Theorie infrage, dass die Menschen im Gegensatz zu Affen aufrecht gingen, weil sie weite Wege auf der Suche nach Essen oder Unterkunft zurücklegen mussten. "So kleine Umkreise zum Herkunftsort könnten bedeuten, dass die Zweifüßigkeit aus anderen Gründen entstand", sagte Sandi Copeland, die sowohl an der Universität von Colorado als auch am Max-Planck-Institut in Leipzig forscht.

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