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Stonehenge-Rätsel: Forscher entschlüsseln Teil des Codes

Archäologische Sensation  

Forscher lösen nächstes Rätsel um Stonehenge

11.09.2014, 15:32 Uhr | dpa, AFP

Stonehenge-Rätsel: Forscher entschlüsseln Teil des Codes. Mysteriöser Steinkreis Stonehenge (Quelle: dpa)

Ein Muss für Englandbesucher: Stonehenge nördlich von Amesbury in Wiltshire, England (Quelle: dpa)

Mit einer neuen Scanmethode ist es britischen Wissenschaftlern gelungen, Teile des Stonehenge-Codes zu entschlüsseln. Die Forscher haben festgestellt, dass der prähistorische Steinkreis Stonehenge in Südengland keineswegs allein in der Landschaft stand. Der Steinkreis soll "hunderte Monumente" umfasst haben.

Das Rätsel von Stonehenge beschäftigt die Archäologen seit Generationen. Wer hat diese 25 Tonnen schweren Steinkolosse angeordnet und warum? Nun haben die Wissenschaftler herausgefunden, dass der Steinkreis das Zentrum einer gigantischen Anlage war.

Geheimnisse im Untergrund

Der prähistorische Steinkreis Stonehenge birgt in seinem Untergrund noch mehr Geheimnisse. Mit einer neuartigen Scanmethode haben britische Wissenschaftler nun festgestellt, dass die Anlage in der Grafschaft Wiltshire in Südengland keineswegs allein in der Landschaft stand. Unter der Oberfläche seien mit Hightech-Geräten zahlreiche Monumente und Gräber gefunden worden, teilten Archäologen beim britischen Wissenschaftsfestival im englischen Birmingham mit. Zum Einsatz kamen moderne Metalldetektoren, Radargeräte, elektromagnetische Sensoren und dreidimensionale Laser-Scanner.

So habe man ein 33 Meter langes Grab mit einem massiven Holzhaus lokalisieren können. Man vermute, dass dort komplexe Rituale mit Toten stattgefunden haben. Zudem habe man Erkenntnisse zu Hunderten von Grabhügeln aus der Bronze- und Eisenzeit sowie zu römischen Siedlungen und Feldern gewonnen.

"Ein fundamentaler Schritt für unser Verständnis"

Wie der Projektleiter der Universität von Birmingham, Vincent Gaffney, mitteilte, wurden unter der Erde 17 bisher unbekannte Holz- oder Steinstrukturen und dutzende neue Grabhügel gefunden. Einige sollen bis zu 6000 Jahre alt sein. "Die Funde werden unsere Sichtweise auf Stonehenge völlig verändern", sagte Gaffney. "Das ist nicht irgendeine weitere Entdeckung, sondern ein fundamentaler Schritt für unser Verständnis von Stonehenge", so der Projektleiter.

Insgesamt wurde in dem vier Jahre andauernden Projekt ein zwölf Quadratkilometer großes Gebiet bis zu einer Tiefe von drei Metern rund um die Kultstätte untersucht.

Eine Herkulesaufgabe

Die bis zu 25 Tonnen schweren Steinkolosse sollen aus einem mehr als 380 Kilometer entfernten Steinbruch in Pembrokeshire stammen - sie zu transportieren und aufzustellen, muss eine Herkulesaufgabe gewesen sein.

Stonehenge im Zentrum ritueller Momente

"Unsere Arbeit zeigt, dass Stonehenge keine isolierte Anlage am Rand der Salisbury-Ebene war, sondern das Zentrum verstreuter ritueller Monumente, die im Laufe der Zeit immer mehr erweitert wurden", erklärte Gaffney. Der Steinkreis habe Menschen aus weiten Teilen des Landes angezogen, die ihre eigenen Schreine und Tempel gebaut hätten. All das sei nun auf einer digitalen Karte zu sehen.

War Stonehenge ein Kalender?

Das prähistorische Steinmonument Stonehenge gehört zu den mysteriösesten und berühmtesten Stätten Europas. Historiker vermuten, dass der rätselhafte Steinkreis von Stonehenge irgendwann zwischen 3000 und 1600 vor Christus errichtet wurde. Die Megalith-Steine geben den Forschern seit Jahrhunderten Rätsel auf. Die gängigste Theorie für ihre Entstehung lautet, dass Menschen schon in der damaligen Zeit den astronomischen Kalender verstanden hätten, durch den die Sommer- und Wintersonnenwende vorausgesagt wurde.

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