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Teile der berühmten Jaromarsburg stürzen ins Meer

Kreideabbrüche auf Rügen  

Teile der berühmten Jaromarsburg stürzen ins Meer

22.01.2008, 11:58 Uhr |

Die Abbruchkante am Kap Arkona auf Rügen. Die Wallburg über den Klippen ist bereits zu großen Teilen ins Meer gestürzt (Quelle: dpa)Die Abbruchkante am Kap Arkona auf Rügen. Die Wallburg über den Klippen ist bereits zu großen Teilen ins Meer gestürzt (Quelle: dpa) Bei dem jüngsten Kreideabbruch an der Steilküste von der Ostseeinsel Rügen sind auch Teile einer slawischen Wallanlage in die Tiefe gestürzt. Das sagte Andreas Heinemann von der Freiwilligen Feuerwehr der Gemeinde Putgarten am Dienstag und bestätigte damit einen Bericht der "Ostsee-Zeitung". Am Samstag waren südöstlich vom Kap Arkona rund 1500 Kubikmeter Sand, Lehm und Mergel aus einer Höhe von etwa 30 Meter abgerutscht. Die Wallanlage, die in der Vergangenheit bereits zu zwei Dritteln ins Meer gestürzt war, ist der Rest der legendären Tempelburg und Kultstätte der Ranen, der sogenannten Jaromarsburg.

Foto-Serie Abbruch am Kreidefelsen
Hintergrund Die bröckelnde Kreideküste von Rügen
Foto-Serie So schön ist Rügen
Kap Arkona Kunst im Bunker

Ein Fischer war Augenzeuge

Den Abbruch der etwa 40 Meter hohen, 20 Meter breiten und zwei Meter starken Kreideschicht hatte ein Fischer beobachtet. In diesem Winter gab es schon drei größere Kreideabbrüche, die beiden letzten wurden vor zehn Tagen unweit von Wissower Ort entdeckt, etwa 20 Kilometer entfernt vom jetzigen Abbruch. Dort waren jeweils rund 1000 Kubikmeter Kreide- und Gesteinsmassen in die Tiefe gestürzt.

Weitere Abbrüche befürchtet

Ursache ist der ungewöhnlich niederschlagsreiche Sommer 2007. Nach Angaben des Nationalparkamts in Jasmund enthält der Boden seitdem noch immer reichlich Wasser. Bei Frost zerbrechen so die Kreideschichten leicht. Die Parkverwaltung befürchtet weitere Abbrüche.

Sitz mächtiger Priester

Die Ranen, ein westslawisches Volk, beherrschten zwischen dem 6. und 12. Jahrhundert die Insel Rügen und das umliegende Festland. Die Fürsten der Ranen residierten in den Wallburgen Charenza, dem sogenannten Venzer Burgwall, und Rugard (dem heutigen Bergen). Daneben existierte auch eine mächtige Priesterkaste mit großem Grundbesitz und überregionalem Einfluss. Die polytheistische Religion der Ranen kannte eine Reihe mehrköpfiger Götter, die als überlebensgroße Holzstatuen in verschiedenen Tempeln verehrt wurden. Den religiösen Mittelpunkt bildete die heute Jaromarsburg genannte Tempelanlage am Kap Arkona, in der der vierköpfige Hauptgott Swantevit verehrt wurde.

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