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Pelota: Ballspiel zwischen Leben und Tod

Historischer Sport  

Ballspiel ohne Hand und Fuß

20.04.2006, 13:14 Uhr

Wenn Pelota gespielt wird, treten Licht und Schatten gegeneinander an: Die Mitglieder des Unterwelt-Teams haben fahlweiß geschminkte Totenkopfgesichter, die der Sonnenmannschaft schmücken sich mit bunten Federn. Gespielt wird mit einer Kautschuk-Kugel von der Größe eines Kinderkopfes, die durch einen Ring an einer Wand befördert werden muss. Voller Körpereinsatz ist erlaubt, nur das Schlagen mit Hand und Fuß ist verboten. Mehr als 3000 Jahre ist der Sport alt, der wohl der beliebteste Zeitvertreib der Azteken und Mayas war. Archäologen haben Reste von über 1500 Spielfeldern gefunden. Eine Gruppe aus Mexiko hat die Urform des Ballspiels jetzt wieder zum Leben erweckt. Das rituelle Spiel ist ab Freitag im Kulturprogramm zur Fußball-Weltmeisterschaft zu sehen.

Foto-Serie

Zeremonie für die Götter
Das Spektakel beginnt mit zeremoniellen Handlungen, die Götter werden angerufen. Zwei Frauen bereiten das Feld mit Räucherungen vor. Dann betreten die Anführer der Kämpferteams die Arena. Prächtiger Federschmuck prangt auf ihren Köpfen, sie stoßen Kampfrufe aus. Es folgen zwölf weitere Spieler, die Leben und Tod, Sonne und Nacht symbolisieren.

Vorform von Volley- und Basketball
Das Spiel, das wegen des Ballgeräusches auch Pok ta pok genannt wird, ist eine Mischung aus Basket- und Volleyball ohne Netz. Trommeln und Flöten feuern die Krieger an. Der Ball wird mit den Ellenbogen hin und her befördert. Die Schlagarme sind mit einem Lederschutz umwickelt. Ein Krieger, der angespielt werden möchte, ruft: "Ei Tata!" In Nahuatl, der Sprache der Indios, bedeutet das: "Hier bin ich, Vater!" Nach einer gewissen Zeit versuchen beide Seiten, den Ball durch einen Steinring zu befördern. Er ist vertikal an der Seitenwand in rund drei Meter Höhe angebracht. Auch ein Sieg nach Punkten ist möglich, wen es dem Gegner nicht gelingt, den Ball zurückzuschlagen, bevor er zweimal in seiner Spielfeldhälfte aufschlägt.

Maya-Schrift
Zufallsfund

Familie pflegt die Tradition
"Der Ball wog früher eineinhalb bis drei Kilo", erklärt Nahui Mazatl, dessen Name auf Nahuatl "Vier Hirsche" bedeutet. "Die Spieler können ihn so hart schlagen, dass er bis zu 70 Kilometer pro Stunde erreicht." Der 49-jährige Pelota-Profi lebt seit dem 14. Lebensjahr in Teotihuacan nahe den berühmten Pyramiden 50 Kilometer nördlich von Mexiko-Stadt. Die Mannschaften bestehen aus seinen Söhnen und Freunden - eine kleine Minderheit, die sich vorgenommen hat, den alten Brauch am Leben zu erhalten.

Gladiatoren-Kämpfe Gar nicht so grausam

Blutige Legenden
In den Pyramiden sind noch Wandmalereien erhalten, die Indianer in voller Sportausrüstung zeigen. An diesen archäologischen Funden haben sich die Spieler mit ihrer Ausstattung orientiert, sagt Adalberto Rodriguez, der die Gruppe unter Vertrag hat. Über die Regeln des Spiels gibt es aber keine gesicherten Erkenntnisse. Deshalb ist es kein Wunder, dass Legenden entstanden sind: Einer zufolge wurden die Sieger des Spiels den Göttern geopfert. Diese besondere Ehre soll den direkten Zugang zum Paradies garantiert haben.

Ruhm für Mexiko
Auch das ist heute anders. Am Ende des Spiels ruft Mazatl, der Anführer der Sonnenkrieger: "Solange die Erde besteht, werden Ruf, Ruhm und Kultur von Mexiko-Tenochtitlan nicht enden." Heute ist der moderne Fußball die beliebteste Sportart in Mexiko. Und wenn die mexikanische Nationalmannschaft in Deutschland untergehen sollte, haben die Mexikaner einen Trost: Sie haben die beste Mannschaft im Pok ta Pok. Es ist die einzige - weltweit.

Termine der Pok-ta-Pok-Spiele:
Hamburg 21.04.
Dresden 28.04.
Mainz 05.05. bis 7.5.
Bremen 12.05. bis 14.05.
Berlin 19.5. bis 21.5.

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