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Steinzeit: Ötzi hatte Moos im Magen

Steinzeit  

Ötzi hatte Moos im Magen

02.12.2008, 09:36 Uhr | dpa , dapd

Die 5300 Jahre alte Gletscherleiche Ötzi im Archäologischen Museum in Bozen (Foto: dpa)Die 5300 Jahre alte Gletscherleiche Ötzi im Archäologischen Museum in Bozen (Foto: dpa) Die letzte karge Mahlzeit des Gletschermanns bestand offenbar aus Moos und Wasser. Ingesamt konnten Wissenschaftler im Verdauungstrakt des mumifizierten Gletschermanns sechs verschiedene Moosarten nachweisen. Der Fund ist sehr überraschend, denn Moose sind für Menschen nicht genießbar und haben auch keinen Nährwert.

Das Team um den Forscher James Dickson von der Universität Glasgow geht davon aus, dass eine Moosart vermutlich verwendet wurde, um Nahrung einzuwickeln, eine zweite nahm Ötzi wohl kurz vor seinem Tod mit Wasser zu sich und eine weitere könnte als Verbandsmaterial gedient haben. Eine Moosart aus Ötzis Bauch ist in der Fundregion der Mumie im heutigen Grenzgebiet zwischen Italien und Österreich nicht bekannt, was dafür spricht, dass er auf Reisen war.

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Warum waren die Moose im Magen?

Ötzi ist die erste Gletschermumie, in der Moosfragmente im Verdauungstrakt nachgewiesen werden konnten. Dies ist für die Forscher überraschend, weil Moose weder genießbar sind noch einen Nährwert haben. Es gibt den Experten zufolge zudem nur wenige Hinweise darauf, dass Moose für innere medizinische Behandlungen verwendet wurden.

Sechs Moosarten entdeckt

Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass Ötzi seine Wunden mit Moos verband und Spuren davon an seinen Fingern hafteten. Als er dann wieder Nahrung zu sich nahm, gelangte Moos mit in seinen Magen. Insgesamt fanden Dickson und seine Kollegen Spuren von sechs verschiedene Moosarten im Verdauungstrakt der Mumie. Die Forscher präsentieren ihre Untersuchungsergebnisse in der Dezember-Ausgabe der Fachzeitschrift "Vegetation History and Archaeobotany".

Gletschermann eine archäologische Sensation

Ötzi war vor rund 5000 Jahren im Alter von etwa 46 Jahren gestorben. Er wurde von einem Pfeil getroffen und dann vermutlich mit einem Keulenschlag getötet. Seine mumifizierte Leiche wurde 1991 nahe der österreichisch-italienischen Grenze gefunden. Die Entdeckung war eine archäologische Sensation, weil sein Körper sowie Ausrüstung und Kleidung außergewöhnlich gut erhalten waren. Seit 1998 wird der Gletschermann im Südtiroler Archäologiemuseum in Bozen ausgestellt.




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