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Der Fall Uwe Barschel

Hintergrund  

Der Fall Barschel

12.06.2015, 13:44 Uhr | dpa

Der Fall Uwe Barschel. Uwe Barschel am 18. September 1987 bei der berühmten "Ehrenwortpressekonferenz". (Foto: dpa)

Uwe Barschel am 18. September 1987 bei der berühmten "Ehrenwortpressekonferenz". (Foto: dpa)

Am 11. Oktober 1987 fanden zwei Reporter des "Stern" Uwe Barschel tot in der Badewanne seines Zimmers im Genfer Hotel "Beau Rivage". Das Foto mit der bekleideten Leiche des CDU-Ministerpräsidenten von Schleswig-Holstein ging um die Welt. Ob Barschel sich das Leben nahm oder ermordet wurde, ist bis heute ungeklärt. Sicher ist nur, dass er an einer Medikamentenvergiftung starb.

Vorausgegangen war ein Skandal im Landtagswahlkampf 1987: Barschels Medienreferent Reiner Pfeiffer hatte dessen Rivalen, den SPD-Spitzenkandidaten Björn Engholm, bespitzeln lassen, ihn per Telefon mit einem angeblichen Aids-Verdacht traktiert und gegen ihn eine anonyme Steueranzeige lanciert.

Aus nach der "Ehrenwortpressekonferenz"

Er stellte Barschel später als Mitwisser und sogar Initiator dar. Barschel beteuerte bei einer vom Fernsehen live übertragenen Pressekonferenz am 18. September 1987 seine Unschuld. Dabei gab er "der gesamten deutschen Öffentlichkeit mein Ehrenwort, dass die gegen mich erhobenen Vorwürfe haltlos sind". Doch Barschels Glaubwürdigkeit war zerstört. Er trat zurück.

Die SPD gab sich als ahnungsloses Opfer und gewann bei einer Neuwahl 1988 die absolute Mehrheit. Engholm wurde Ministerpräsident, musste später aber zugeben, dass er früher als behauptet von Pfeiffers Treiben wusste. Im Mai 1993 trat er als Landeschef, SPD-Bundesvorsitzender und Kanzlerkandidat zurück.

Zwei Untersuchungsausschüsse des Landtags beschäftigten sich mit der Affäre. Der zweite stellte 1995 in seinem Abschlussbericht fest, dass es keine Beweise für eine Mittäterschaft Barschels an Pfeiffers Aktivitäten gibt.

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