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Veteranen berichten vom D-Day

Veteranen berichten vom D-Day  

Die Nacht und das Flakfeuer

04.06.2014, 15:59 Uhr | Von Jasper Rothfels, dpa

Veteranen berichten vom D-Day. Fallschirmjäger landen am 6. Juni 1944 in der Normandie (Quelle: dpa)

Flugzeuge brachten 23.000 Fallschirmjäger ins Hinterland der Normandie, die einen entscheidenden Beitrag zum Gelingen des D-Day lieferten. Auch wenn vieles nicht so lief wie geplant ... (Quelle: dpa)

Es war die größte Landung der Kriegsgeschichte, sie besiegelte das baldige Ende des Nazi-Regimes: Der 6. Juni 1944 ist der D-Day. Zum 70. Jubiläum besuchen Veteranen den US-Flugplatz Ramstein und berichten von ihren Erlebnissen.

Auf die Frage nach seinem gefährlichsten Moment am "Day Day" ("Tag der Tage") oder "Decision Day" ("Tag der Entscheidung") fallen Julian "Bud" Rice gleich mehrere ein. Da ist etwa der Flug durch eine stockdunkle Nebelnacht, um über Feindesland Fallschirmspringer abzusetzen - umgeben von Maschinen mit der gleichen Aufgabe.

"Du konntest die Flugzeuge um dich herum nicht sehen", schildert der 93-Jährige - und erinnert sich an die Angst, mit den anderen zu kollidieren. Und dann - nach dem Nebel - das Flakfeuer der Deutschen. "Der Himmel leuchtete auf wie am 4. Juli", sagt Rice in Anspielung auf die üblichen Jubelfeuerwerke zum amerikanischen Unabhängigkeitstag. "Das waren die Sorgenmomente."

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Geschichte für die Nachfolger

Am Freitag jährt sich die Landung der Alliierten in der Normandie zum 70. Mal. Rice und sein drei Jahre jüngerer Kamerad William "Bill" Prindible sind in die Pfalz gekommen, um den Soldaten auf dem US-Militärflugplatz Ramstein von der größten Landung in der Kriegsgeschichte zu berichten.

Die Piloten waren 23 und 20 Jahre alt, als die Operation losging, an der 7500 Flugzeuge und 3100 Landungsboote mit 150 000 Soldaten beteiligt waren. Sie landeten unter großen Verlusten und läuteten die Befreiung Frankreichs und Westeuropas vom Regime der Nazis ein.

In Ramstein ist die 37. Lufttransportstaffel stationiert, Rice und Prindible gehörten ihrer Vorgängerin an. Die Senioren mit den Baseballkappen und Turnschuhen werden auch deshalb mit größtem Respekt empfangen.

Der vierte Knopf war zum Landen

Im Hercules Theatre ruft General Patrick X. Mordente den überwiegend jungen Zuhörern noch einmal die Bedeutung der Militäraktion vor Augen. "Unsere Welt hing vom Erfolg dieser beiden Herren ab", sagt er. "Ich möchte, dass ihr darüber nachdenkt, was sie durchgemacht haben." Und er weist darauf hin, dass die Flugzeuge damals viel schlechter ausgestattet waren als heute.

Rice und Prindible haben ihren Humor trotz ihrer Erfahrungen und ihres hohen Alters nicht verloren. Ein Soldat will wissen, was Prindible beim Anblick des feindlichen Flakfeuers gedacht habe. Der erwidert, sein erster Gedanke wäre das F-Wort mit vier Buchstaben gewesen.

Und Rice sagt auf die Frage, wie sich das Militär in der Zwischenzeit verändert habe, dass die Maschinen heute technisch so ausgereift seien, dass sie eigentlich von alleine flögen. Damals hingegen hätten sie nur vier Knöpfe gehabt - "der Vierte war zum Landen".

Die anderen sind die Helden

Durch die humorvolle Oberfläche schimmern immer wieder auch Ernst und Trauer durch. Rice etwa berichtet von schweren Unfällen bei den Vorbereitungen auf den D-Day, bei denen Kameraden verstümmelt wurden oder gar starben.

Ob er und Prindible wahre Helden sind? Sich selbst zählten sie nicht dazu, sagt Rice. "Wir waren nur zwei von den glücklichen Kerlen, die es geschafft haben zu überleben." 114 Männern aus ihrer Gruppe sei das nicht gelungen. "Wir halten sie für Helden", sagt Rice - sie und alle anderen Alliierten, die an diesem Tag gefallen sind.

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