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Israel: Antiker Sarg bei Raubversuch schwer beschädigt

Kriminelle Bauleute in Israel  

Antiker Sarg bei Raubversuch schwer beschädigt

03.09.2015, 13:47 Uhr | dpa

Israel: Antiker Sarg bei Raubversuch schwer beschädigt. Wertvoll, aber wegen der Bergung per Traktor schwer beschädigt: der römische Sarkophag aus Israel. (Quelle: dpa)

Wertvoll, aber wegen der Bergung per Traktor schwer beschädigt: der römische Sarkophag aus Israel. (Quelle: dpa)

Wahrscheinlich bei einem Raubversuch ist ein etwa 1800 Jahre alter Sarkophag nach seiner Entdeckung in Israel schwer beschädigt worden. Bauunternehmer und -arbeiter hätten den 2,5 Meter langen Sarg aus Kalkstein in der Küstenstadt Aschkelon gefunden - und versucht ihren Fund zu verstecken.

Das sagte der für die Region zuständige Archäologe Saar Ganor. Deshalb hätten die Arbeiter den Sarkophag unsachgemäß geborgen - dabei wurde er vermutlich beschädigt.

Nach der Entdeckung bei Grabungen in einem neuen Villenviertel hätten Bauunternehmer aus Aschkelon den schweren Sarg mit einem Traktor aus der Erde gehoben und dabei stark zerkratzt. Auch Verzierungen an den Seiten seien beschädigt worden. Altertumsexperte Ganor: "Wir wollen jetzt sehen, was von dem Sarg noch zu retten ist."

Sieben Personen gefasst

Nach einem Hinweis hätten Inspektoren der Altertumsbehörde und Polizisten den Steinsarg unter einem Haufen von Brettern und Metallteilen gefunden. Die Bauunternehmer hätten die archäologische Fundstelle mit Zement zugeschüttet, wohl um Spuren zu verwischen. Fünf Hilfsarbeiter und zwei Bauunternehmer aus Aschkelon seien festgenommen und befragt worden.

Die Polizei ermittelt in dem Fall. Michael Saban von der Altertumsbehörde sprach von einem "Raubversuch". Im Falle einer Verurteilung müssen die Verantwortlichen mit bis zu fünf Jahren Gefängnis rechnen.

Ein reicher römischer Winzer?

Bei dem Fund handelt sich wohl um einen Sarg aus der späten römischen Ära. "Der Mann, der hier bestattet wurde, gehörte zweifellos zur reichen Bevölkerung von Aschkelon", sagte Archäologe Ganor. Das lebensgroße Relief des Toten ist auf dem Deckel des Sarkophags abgebildet, ebenso eine Weinamphore.

"Dies ist ein Hinweis darauf, dass der Bestattete etwas mit dem örtlichen Weingewerbe zu tun hatte", erklärt der Archäologe. Aschkelon sei damals ein Zentrum der Weinherstellung gewesen, aus dem in die gesamte antike Welt exportiert wurde. In Spanien seien etwa antike Weinamphoren aus Aschkelon gefunden worden. "Es ist vergleichbar mit dem heutigen Bordeaux", so Ganor.

Der zwei bis drei Tonnen schwere Sarkophag sei "einer der wichtigsten und schönsten, die seit einer Generation im Land gefunden wurden", hieß es in einer Mitteilung der Altertumsbehörde.

Auf jeden Fall nicht jüdisch

Der auf dem Sarg abgebildete Mann lehnt auf seinem linken Arm und trägt ein mit Stickereien verziertes Hemd. Um seine Hüfte ist eine Tunika gewickelt. "Seine Augen waren offenbar mit Edelsteinen eingelegt, die verschwunden sind", sagte Gabi Mazor, ein weiterer Archäologe. "Die lockigen Haare trägt er in einer typisch römischen Frisur."

Neben der Weinamphore ist der Steinsarg noch mit Kränzen, Stierköpfen und nackten Cupidos (nach dem römischen Liebesgott Amor) verziert. Außerdem ist der Kopf des weiblichen Ungeheuers Medusa mit Schlangenhaaren abgebildet. "Im römischen Zeitalter glaubte man, dass sie die Verstorbenen beschützt", so Mazor. Nach den Motiven auf dem Sarg zu urteilen, würde es sich bei dem Toten wohl nicht um einen Juden handeln.

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