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Uwe Barschel: Eine Chronologie des Falles Barschel

Lügen, Intrigen und Mord?  

Die Chronologie des Falles Barschel

06.02.2016, 14:52 Uhr | dpa, t-online.de

Uwe Barschel: Eine Chronologie des Falles Barschel. Uwe Barschel: Für den damals verantwortlichen Rechtsmediziner ist klar, wie der Politiker zu Tode kam. (Quelle: dpa)

Uwe Barschel: Für den damals verantwortlichen Rechtsmediziner ist klar, wie der Politiker zu Tode kam. (Quelle: dpa)

Der geheimnisvolle Tod Uwe Barschels beschäftigt auch noch nach Jahrzehnten die Öffentlichkeit. War es wirklich Selbstmord, oder wurde Schleswig-Holsteins ehemaliger Ministerpräsident aus dem Weg geräumt? Es folgt eine Chronologie politischer Intrigen, Lügen und dubioser Machenschaften:

7. September 1987: "Der Spiegel" berichtet über Merkwürdigkeiten im Landtagswahlkampf. SPD-Spitzenkandidat Björn Engholm wurde bespitzelt.

12. September 1987: Am Tag vor der Wahl schildert "Der Spiegel" Schmutzaktionen gegen Engholm. Urheber sei Reiner Pfeiffer, Referent in der Staatskanzlei von CDU-Ministerpräsident Uwe Barschel. Bei der Wahl verliert die CDU die absolute Mehrheit; es gibt ein Patt.

18. September 1987: Mit einem "Ehrenwort" weist Barschel alle Vorwürfe zurück - und kündigt eine Woche später seinen Rücktritt an.

Der Leichnam von Uwe Barschel wird auf einer Trage aus dem Hotel Beau-Rivage in Genf abtransportiert. (Quelle: dpa)Der Leichnam von Uwe Barschel wird auf einer Trage aus dem Hotel Beau-Rivage in Genf abtransportiert. (Quelle: dpa)

11. Oktober 1987: Barschel liegt tot im Genfer Hotel "Beau Rivage". Die Schweizer Behörden sprechen von Selbstmord, Zweifel bleiben.

3. Februar 1988: Ein Untersuchungsausschuss kommt zu dem Ergebnis, dass der Anstoß zur Schmutzkampagne gegen Engholm von Barschel kam.

8. Mai 1988: Die SPD holt bei einer Neuwahl die absolute Mehrheit.

9. November 1992: Der Genfer Privatdetektiv Jean-Jacques Griessen, der Eike Barschel bei seinen Recherchen unterstützte, kommt kurz vor der angeblichen Lösung des Falls Barschel unter ungeklärten Umständen ums Leben.

1. März 1993: SPD-Sozialminister Günther Jansen gibt zu, 40.000 Mark gesammelt und an Pfeiffer gezahlt zu haben. Er tritt am 23. März zurück.

3. Mai 1993: Engholm tritt als Ministerpräsident und SPD-Chef zurück. Er habe früher als im Untersuchungsausschuss behauptet, von Pfeiffers Aktivitäten gewusst.

Björn Engholm gesteht im Mai 1993, eine falsche Aussage vor dem Barschel-Untersuchungsausschuss gemacht zu haben. (Quelle: dpa)Björn Engholm gesteht im Mai 1993, eine falsche Aussage vor dem Barschel-Untersuchungsausschuss gemacht zu haben. (Quelle: dpa)

23. Oktober 1995: Ein zweiter Ausschuss ermittelt, dass SPD-Politiker früh von Pfeiffer als Drahtzieher der Kampagne wussten.

2. Juni 1998: Die Staatsanwaltschaft Lübeck stellt ihre Ermittlungen im Fall Barschel ein. Ob Barschels Tod Selbstmord oder Mord war, bleibt ungeklärt.

27. September 2007: Generalstaatsanwalt Erhard Rex warnt nach zahlreichen Publikationen vor einseitigen Mord-Spekulationen. Es gebe Indizien für Mord und Selbstmord. Der Tod bleibe ein Rätsel.

25. August 2011: Ex-Barschel-Chefermittler Heinrich Wille behauptet in seinem Buch "Ein Mord, der keiner sein durfte", Barschel sei ermordet worden. Beweise liefert er nicht.

28. Juli 2012: An Barschels Kleidung werden DNA-Spuren entdeckt, sie reichen aber nicht für einen Abgleich mit der BKA-Datei aus. Die Staatsanwaltschaft sieht keine Handhabe für neue Ermittlungen.

Rätselhafter Fund: Auf einer Badematte im Genfer Hotel Beau Rivage wurde ein Fußabdruck gefunden. Die Ermittlungen wurden dennoch eingestellt. (Quelle: dpa)Lübecks leitender Oberstaatsanwalt präsentiert im Juni 1998 einen rätselhaften Fund: Auf einer Badematte im Genfer Hotel wurde ein Fußabdruck gefunden. Die Ermittlungen wurden dennoch eingestellt. (Quelle: dpa)

27. November 2013: Das Bundesverwaltungsgericht weist die Klage eines Reporters auf Akteneinsicht ab. Im Fall Barschel sei die gesetzliche Schutzfrist von 30 Jahren noch nicht abgelaufen, urteilt das Gericht.

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