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Türkei-Presse über Armenien-Resolution: "Özdemirs Blut ist vergiftet"

Türkische Reaktionen zur Armenien-Resolution  

"Özdemirs Blut ist vergiftet"

03.06.2016, 08:19 Uhr | oca, t-online.de

Türkei-Presse über Armenien-Resolution: "Özdemirs Blut ist vergiftet". Proteste gegen die Armenien-Resolution vor dem Brandenburger Tor. (Quelle: AP/dpa)

Proteste gegen die Armenien-Resolution vor dem Brandenburger Tor. (Quelle: AP/dpa)

Der Bundestag hat fast einstimmig für die Resolution zur Einstufung der historischen Massaker an den Armeniern als Völkermord gestimmt. Die Entscheidung hat in den türkischen Medien hohe Wellen geschlagen. "Sein Blut ist vergiftet", titelt die islamisch konservative Zeitung "Vakit" und meint Grünen-Chef Cem Özdemir, der für die Erklärung stimmte. 

Die Zeitung schreibt weiter: "Schaut nicht auf seinen Namen. Er hat armenische Wurzeln". Ähnlich deutliche Worte findet einer der auflagenstärksten und regierungsnahen Zeitungen "Sabah": "Obwohl sie von Staatspräsident Erdogan und Ministerpräsident gewarnt wurden, haben sie eine skandalöse Entscheidung getroffen". Zudem zitiert die Zeitung einen AKP-Abgeordneten Metin Külünk mit den Worten: "Der deutsche Abgeordnete Cem Özdemir hat seine Herkunft und seine Geschichte verraten". 

Auch die "Türkiye" titelt in ihrer Online-Ausgabe mit  Cem Özdemir: "Er steckt sich ein Abzeichen mit einem armenischen Symbol ans Sakko und nennt die Türken Mörder". Des Weiteren weist die Zeitung darauf hin, dass der Grünen-Chef insbesondere den Kirchen gedankt habe.

"Nation wird Entscheidung niemals verzeihen"

Die Zeitung "Star" schreibt, dass "die türkische Nation diese Entscheidung niemals verzeihen wird". Die nationalistische "Sözcü" geht noch weiter und befürchtet mögliche Reparations- oder Gebietsansprüche durch Armenien. 

Die "Takvim", ebenfalls nationalistisch und regierungsnah, zeigt sich entrüstet und zitiert Staatspräsident Erdogan. "Die Entscheidung wird ernsthafte Folgen für Deutschland haben".

Linke schlagen sachliche Töne an

Doch während die regierungsnahen Zeitungen und nationalistische Blätter sich ungehalten zeigen, schlagen linke und regierungskritische Zeitungen eher sachliche Töne an. "Deutschland hat Ja zum Völkermord gesagt", schreibt die linksliberale Zeitung "Birgün"

Nach Meinung der ebenfalls linksliberalen "Diken" habe Kanzlerin Merkel "den Ball ins Aus geschossen". Nicht wegen dem "Ja" zur Resolution, sondern weil sie versuche, die Abstimmung zu relativieren. 

Die "Hürriyet" glaubt, dass mit der "Resolution sich nichts ändern wird". Die Türken würden noch stärker an ihrer Meinung festhalten.

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