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Weltraumforschung: Kometen sollen Leben auf die Erde gebracht haben

Theorie über das Leben  

Kometen sollen Erde "befruchtet" haben

20.08.2007, 15:41 Uhr | t-online.de

Ist das Leben auf der Erde außerirdischen Ursprungs? Seit dem 19. Jahrhundert gibt es Wissenschaftler, die annehmen, dass ein Meteoriteneinschlag dazu geführt hat, dass es heute auf unserem Planeten Lebewesen gibt. Ein neues Argument für die Panspermie, also die außerirdische Befruchtung der Erde, hat nun die britische Wissenschaftlerin Chandra Wickramasinghe von der Universität Cardiff in dem Fachmagazin "New Scientist" vorgebracht.

Lehm-Partikel im Kometen-Kern?
Die Forscherin erklärt, dass die Theorie von einer Beobachtung der NASA-Sonde "Deep Impact" von 2005 untermauert wird. Die Sonde hatte damals den Kometen "Temple 1" mit einem Projektil gesprengt. Die zuständigen Wissenschaftler erklärten, aus dem explodierenden Kometen seien Lehm-Partikel gespritzt. Lehm wiederum entsteht nur da, wo es fließendes Wasser gibt. Wickramasinghe leitet daraus ab, dass das Innere eines Meteoriten feucht gewesen sein muss. Dazu war es auch noch warm - weil radioaktive Isotopen es erhitzten.

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Leben im Kometen wahrscheinlicher
Lehm ist auch der bevorzugte Nährboden, auf dem einfache organische Moleküle zu komplexen Verbindungen, sogenannten Polymeren, werden. Die britische Forscherin erklärt nun, dass schon allein die Menge wässrigen Lehms, die in einem Kometen vorhanden sein müsste, die Entstehung von Leben viel wahrscheinlicher macht als unser Heimatplanet.

Schlamm aus Kometen auf die Erde
Wickramasinghe und ihr Team schätzen, dass die Menge Schlamm aus Kometen vor Beginn des Lebens auf der Erde etwa 10.000 Kubikmeter betragen haben könnte. Ein einzelner Komet von 20 Kilometer Durchmesser könnte schon allein zehn Prozent dieser Menge enthalten haben. Schließt man in die Berechnung alle Kometen außerhalb unseres Sonnensystems mit ein, mache es 10 hoch 12 mal wahrscheinlicher, dass dass Leben aus einem von ihnen entspringt als von der Erde selbst, sagen die Forscher.

Wasser auf der Erde zu kurzlebig
Darüber neigen Wasserreservoirs auf der Erde sehr stark zur Verdampfung und sind daher vergleichsweise kurzlebig, führt Wickramasinghe an. "In einem Kometen aber sind die Lehm-Partikel und das Wasser mit den Lebensbausteinen über bis zu zwei Millionen Jahre zusammengemischt."

NASA: Keine Beweise
Den NASA-Forscher Michael Mumma vom Goddard Space Flight Center in Maryland beeindrucken diese Thesen nicht. Er erklärt, es sei nicht eindeutig bewiesen, dass es Kometen tatsächlich Kerne aus Lehm haben. Der Komet "Wild 2" jedenfalls, den das NASA-Raumschiff "Stardust" zur Erde brachte, habe jedenfalls keinen Schlamm enthalten. Außerdem gebe es keinen Beweis dafür, dass das Innere von Kometen in der ersten Million Jahre ihrer Entstehung von Strahlen warmgehalten wird.

Gegenargument: Kein Leben anderswo
Generell führen die Gegner der Panspermie-Theorie an, dass bisher noch nirgends als auf der Erde Lebensformen nachgewiesen worden sind. Das Hauptargument der Anghänger dieser Theorie ist, dass sich das Leben auf der Welt relativ plötzlich entwickelt haben muss. Nach dem aktuellen Forschungsstand ist die Erde mindestens 4,5 Milliarden Jahre alt, vor zwei bis vier Milliarden Jahren sollen sich auf ihrer Oberfläche die ersten Lebewesen entwickelt haben.


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