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Medizin: Arbeitslose haben höheres Sterberisiko

Medizin  

Forscher: Arbeitslose haben höheres Sterberisiko

13.08.2006, 12:17 Uhr | AFP, dpa

Arbeitslose sterben früher als gleichaltrige Erwerbstätige. Das ergab eine Studie des Instituts für medizinische Psychologie der Universität Leipzig. Ostdeutsche sind besonders gefährdet.

"Wer arbeitslos ist, stirbt früher"
Unter Arbeitslosen sei das Sterberisiko "massiv erhöht", sagte Institutsleiter Elmar Brähler der Zeitschrift "Super Illu". Schon kurz nach dem Verlust des Arbeitsplatzes sei sie im Vergleich zu Erwerbstätigen mehr als doppelt so hoch. Wer mehr als zwei Jahre arbeitslos ist, habe "statistisch sogar ein viermal höheres Sterbe-Risiko", rechnet Brähler vor.


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Gesundheitszustand wird schlechter
Besonders Depressionen und Suchtkrankheiten wie Alkoholismus, Tablettensucht, Erschöpfungssymptome, Bluthochdruck bis hin zum Herzinfarkt seien bei Arbeitslosen viel häufiger als bei Menschen, die einen Job haben, berichten die Forscher. "In der Regel verschlechtert sich der Gesundheitszustand eines Menschen mit Eintritt der Arbeitslosigkeit rapide", erklärt Brähler.

Phase des Fatalismus
Auf den "anfänglichen Schock unmittelbar nach dem Jobverlust", der oft mit Depressionen einhergehe, folge eine Phase der Erholung. Der Arbeitslose werde dann sehr aktiv. Wenn seine Bemühungen aber scheiterten, trete "nach etwa zwölf Monaten oft eine Phase des Fatalismus" ein. Die Betroffenen begännen dann, sich aufzugeben.

Ostdeutsche besonders betroffen
Vor allem Erwerbslose in Ostdeutschland seien "erhöht gefährdet, krank zu werden", fährt Brähler fort. Viele Betroffene hätten dort die Hoffnung aufgegeben, noch einmal Arbeit zu finden. "Bei den großen Entlassungen nach der Wiedervereinigung hat es außerdem sehr viele sehr leistungsorientierte Menschen getroffen, die unter normalen Umständen wohl kaum arbeitslos geworden wären. Diese leiden in der Regel besonders."

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