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Internet macht Amerikaner süchtig

Studie aus Kalifornien  

Internet macht Amerikaner süchtig

18.10.2006, 14:46 Uhr | AFP

Internet kann süchtig machen, und besonders in den USA greift das Problem um sich. Etwa ein Achtel aller Amerikaner zeigen Anzeichen einer Internet-Abhängigkeit. Das hat eine - bislang einmalige - Studie ergeben, die von der Stanford-Universität in Kalifornien am Dienstag veröffentlicht wurde.

Pornos, Chats und Handel
Als Abhängige beschreiben die Forscher Menschen, die über das Internet täglich mehrere Stunden lang aus der realen Welt flüchten. Dabei sei Internet-Pornografie nur ein Teilaspekt, erklärt das Forscherteam unter der Leitung von Elias Aboujaoude. Auch Internet-Chat, so genannte Blogs, Handel und Auktionen im Internet würden suchtmäßig genutzt. Für ihre Studie befragten die Forscher 2513 erwachsene Surfer. Der durchschnittliche Internet-Süchtige ist ein Mann, etwas älter als 30 Jahre und mit höherer Schulbildung.

Viele vertuschen Verhalten
Als typisches Anzeichen für eine problematische Nutzung des Internets wertet Aboujaoude, dass die Konsumenten ihr Verhalten vor Familie, Freunden und Kollegen zu verbergen versuchen. Dies ist bei acht Prozent der Befragten der Fall. Sogar 14 Prozent sagen, sie empfänden es als schwierig, mehrere Tage in Folge keinen Zugang zum Internet zu haben. Sechs Prozent sagen, ihre persönlichen Beziehungen litten darunter, dass sie zu viel Zeit im Netz verbringen würden.

Süchtige sollen Hilfe holen
Das Problem wird von Wissenschaftlern zunehmend ernst genommen, sagte Aboujaoude. Es habe auch Auswirkungen auf die Arbeitswelt, weil die Internet-Abhängigen in erheblichem Umfang die Arbeitszeit fürs Surfen missbrauchten. Die Wissenschaftler aus Stanford halten es für angezeigt, ähnlich wie bei anderem Suchtverhalten klinische Studien in Auftrag zu geben und raten den Betroffenen, ärztliche oder psychologische Hilfe in Anspruch zu nehmen.

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