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Paläontologie: Der Tyrannosaurus-Rex war wendig wie ein Lastkahn

Urzeit-Forscher widerlegen Kinomythen  

Der T-Rex war wendig wie ein Lastkahn

05.06.2007, 15:37 Uhr

Da hatte Steven Spielberg in seinem "Jurassic Park" wohl etwas übertrieben. Sein größtes Monster in dem Film von 1993 hatte zwar die furchteinflößenden Kiefer und Zähne seiner 65 Millionen Jahre alten realen Vorbilder, aber Spielbergs T-Rex war wohl viel zu schnell und vor allem zu wendig. Denn in Wahrheit dürfte der Tyrannosaurus Rex die Wendigkeit eines Lastkahns besessen haben. Diese Ansicht bekräftigen neue Computersimulationen amerikanischer Biomechaniker. Kleinere Tiere dürften daher wenig Probleme gehabt haben, dem großen Räuber zu entkommen.

Kaum mehr als lockerer Trab
Anders, als auf der Kinoleinwand nicht nur in "Jurassic Park" zu sehen, konnte der auf zwei Beinen laufende Fleischfresser kaum rasche Wendemanöver absolvieren, erklärt John Hutchinson. Der Grund liegt in der großen Körpermasse und deren räumlicher Verteilung. “Wir wissen nun, dass ein T-Rex vorderlastig war, sich nur langsam drehte und nicht viel mehr als einen lockeren Trab schaffte”, so der Forscher, mittlerweile am britischen Royal Veterinary College arbeitet.

Wie eine lange Dachlatte
An der kalifornischen Stanford University entwickelten Hutchinson und Kollegen ein Computerprogramm, das auf Basis eines Skeletts die Lage des Schwerpunkts und das Trägheitsmoment des zugehörigen Tieres schätzt. Das Trägheitsmoment gibt an, welchen Widerstand ein Körper einer Drehbeschleunigung entgegensetzt: Eine meterlange Dachlatte lässt sich deutlich schwieriger herumschwingen als ein kompakter Holzklotz gleicher Masse.

Maximal Tempo 40
Dieser Effekt dürfte auch dem Tyrannosaurus gehörige Schwierigkeiten bereitet haben, berichtet die Forschergruppe im “Journal of Theoretical Biology”. Selbst bei vollem Muskeleinsatz dürften die sechs bis acht Tonnen schweren Tiere geschlagene ein bis zwei Sekunden für eine Drehung um nur 45 Grad gebraucht haben. Und auch rasante Verfolgungsjagden gehörten wohl nicht zum Alltag des Sauriers, schließen Hutchinson und Kollegen aus ihren Berechnungen. Selbst bei großzügiger Schätzung ihrer Leistungsfähigkeit dürfte die Beinmuskulatur Geschwindigkeitsspitzen von maximal 40 Kilometern pro Stunde ermöglicht haben.

Nicht der Größte
Der Tyrannosaurus Rex - übersetzt etwa: tyrannische Königsechse - war eine fleischfressende Dinosaurierart und gehört zur Gruppe der so genannten Echsenbeckensaurier, im Fachjargon Saurischia. Er ist wohl der bekannteste Dinosaurier und galt lange als das größte Raubtier, das jemals auf dem Land gejagt hat. Der südamerikanische Giganotosaurus und dessen nahe Verwandte, der Carcharodontosaurus und der Spinosaurus, beide aus Afrika, waren allerdings noch größer. T-Rex, so die mittlerweile weltweit verbreitete Abkürzung, lebte vor 68 bis 65 Millionen Jahren im obersten Maastricht am Ende der Kreidezeit in weiten Teilen Nordamerikas.

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