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Diktatorisches Verhalten könnte in den Genen liegen

Genforschung  

Diktatorisches Verhalten könnte in den Genen liegen

06.04.2008, 17:08 Uhr

Saddam Hussein: Könnten seine Gene für sein Verhalten verantwortlich sein? (Quelle: dpa)Saddam Hussein: Könnten seine Gene für sein Verhalten verantwortlich sein? (Quelle: dpa) Selbstsüchtige Diktatoren verdanken ihr Verhalten möglicherweise ihren Genen: Forscher der Hebräischen Universität Jerusalem haben nachgewiesen, dass Rücksichtslosigkeit von einem bestimmten Gen gesteuert wird. Mit Hilfe ihrer Erkenntnisse kann herrschsüchtiges und egoistisches Verhalten in einem anderen Licht gesehen werden, schreiben sie in der Zeitschrift "Genes, Brain and Behavior", in der sie ihre Ergebnisse veröffentlichten.

Studie Meditieren macht mitfühlender

Für manche ist nehmen besser als geben

"Es scheint Leute zu geben, für die die alte Weisheit ´Es ist besser zu geben als zu nehmen´ einfach nicht gilt ", sagte Richard Ebstein, der Leiter des Forschungsteams. In der Studie wurde dies an Studenten nachgewiesen, in der Realität erwarte man solches Verhalten von Diktatoren oder raffgierigen Unternehmern.

Hormon steuert pro-soziales Verhalten

Im Mittelpunkt des Forscherinteresses stand dabei das Gen AVPR1. Es produziert die Rezeptoren des Hormons Vasopresin, welches pro-soziales und altruistisches Verhalten steuert. So haben frühere Studien bereits gezeigt, das das Hormon wichtig für den Zusammenhalt der Mitglieder sozialer Gruppen ist. Die Forscher wollten nun herausfinden, ob unterschiedliche Ausprägungen der Rezeptoren bei verschiedenen Personen zu mehr oder weniger großzügigem Verhalten führen.

Studenten werden zu Diktatoren oder Empfängern

Die Wissenschaftler entdeckten den Zusammenhang zwischen rücksichtslosem Verhalten und AVPR1 im Rahmen eines so genannten Diktator-Spiels. Nach dem Gen-Test teilten sie ihre 200 Probanden in zwei Gruppen ein: Diktatoren und Empfänger. Jeder Diktator bekam knapp 50 israelische Shekel, knapp 10 Euro.

18 Prozent zeigten sich selbstsüchtig

Wenn sie wollten, konnten sie ihr Geld mit anderen, ihnen unbekannten Empfängern teilen. Der Gewinn der Empfänger hängt in diesem Spiel allein von der Großzügigkeit der Diktatoren ab. Rund 18 Prozent aller Diktatoren behielt das Geld, ein Drittel gab die Hälfte ab, sechs Prozent waren besonders spendabel und gaben fast ihren ganzen Gewinn weiter.

Länge des Gens bestimmt das Verhalten

Bei den Entscheidungen der Probanden spielte ihr Geschlecht keine Rolle, umso mehr jedoch eine andere genetische Disposition. Die Forscher konnten nachweisen, dass Menschen sich selbstsüchtiger verhalten, je kürzer ihre Version des AVPR1-Gens ist.

Belohnungseffekt fehlt

Wie genau die Länge des Gens die Vasopressin-Rezeptoren steuert, ist aber noch unklar. Es könnte sein, dass sie darüber entscheidet, wieviel Belohnungsgefühl ein Mensch hat, nachdem er großzügig war. Menschen, bei denen kein Belohnungseffekt entsteht, haben weniger Interesse, an andere zu denken. Sie verhalten sich rücksichtsloser und selbstsüchtiger als andere.

Zwillingsstudie ist nicht möglich

Obwohl der Mechanismus noch nicht abschließend geklärt ist, ist sich Ebstein sicher, dass diktatorisches Verhalten eine genetische Komponente hat. Dies wäre einfacher nachzuweisen, wenn es einen Diktator mit Zwilling gäbe, sagt er. Dann könnte man sehen, ob der eine so rücksichtslos wäre wie der andere.

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