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Forscher beobachten Sternexplosion von Anfang an

Supernova live  

Forscher beobachten Sternexplosion von Anfang an

22.05.2008, 13:53 Uhr | dpa

Die Supernova ereignete sich in der Spiralgalaxie NGC 2770 im Sternbild Luchs (Quelle: ddp) Erstmals haben Wissenschaftler eine Supernova von Anfang an beobachtet. Den extrem hellen Röntgenblitz, mit dem die Explosion eines Sterns begann, hatte der NASA-Satellit "Swift" rein zufällig registriert. Astronomen rund um den Erdball richteten daraufhin zahlreiche irdische und im Weltall stationierte Teleskope auf die kosmische Explosion, und konnten so das Verglühen des Sterns direkt beobachten. Sie berichten im britischen Fachjournal "Nature" über den Ablauf des Sternentods.

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Schockwelle reißt Stern in Fetzen

Zu einer Supernova kommt es, wenn massereichen Sternen am Ende ihrer Existenz der nukleare Brennstoff ausgeht. Sie stürzen schließlich unter ihrer eigenen Schwerkraft zusammen. Die dabei entstehende Schockwelle reißt den Stern in Fetzen. Bisher haben Astronomen solche Explosionen erst nach Tagen oder Wochen entdeckt.

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Am richtigen Ort zur richtigen Zeit

Am 9. Januar kam den Wissenschaftlern um Alicia Soderberg von der Universität Princeton im US-Staat New Jersey der Zufall zu Hilfe: Sie beobachteten mit "Swift" gerade die Strahlung einer bereits vergangenen Supernova in der Spiralgalaxie NGC 2770, 90 Millionen Lichtjahre von der Erde entfernt im Sternbild Luchs am Nordhimmel. Plötzlich registrierten sie einen rund fünf Minuten andauernden, sehr hellen Ausstoß von Röntgenstrahlen in derselben Galaxie. Die Astronomen erkannten diesen Röntgenblitz als Auftakt einer neuen Supernova. "Wir waren am richtigen Ort zur richtigen Zeit mit dem richtigen Teleskop", beschrieb Soderberg die glückliche Entdeckung.

Röntgenblitz kennzeichnete Schockwelle

Zahlreiche Instrumente wie das Weltraumteleskop "Hubble", das Gemini-Nord-Teleskop auf Hawaii und die Teleskope des Palomar-Observatoriums in Kalifornien beobachteten daraufhin den Ablauf der Supernova, die als SN2008D katalogisiert wurde. Anschließende Untersuchungen bestätigten, dass der aufgezeichnete Röntgenblitz die durch den Stern laufende Schockwelle kennzeichnete. "Diese Beobachtung ist mit Abstand das beste Beispiel dafür, was passiert, wenn ein Stern stirbt und ein Neutronenstern geboren wird", urteilte Kim Page von der britischen Universität Leicester, die die Analyse der Röntgenstrahlung geleitet hatte.

Forscher verpassten 1987 den Auftakt

Bereits im Februar 1987 hatten Astronomen das Glück, den Verlauf einer Supernova-Explosion verfolgen zu können. Das Ereignis mit der Katalognummer SN1987A ereignete sich in nur 170.000 Lichtjahren Entfernung in der Großen Magellanschen Wolke, einer Trabantengalaxie unserer Milchstraße am Südhimmel. Wegen ihrer Nähe ließ sich diese Supernova so detailliert untersuchen wie noch keine andere. Der Röntgenblitz zum Auftakt der Explosion war den Beobachtern allerdings entgangen und konnte nur aus den folgenden Daten rekonstruiert werden. Nach Auskunft von Page ließ sich die jüngste Supernova länger und in einem größeren Wellenlängenbereich beobachten als jene von 1987. Wegen der mehr als 500 Mal größeren Entfernung der neuen Supernova sind jedoch nicht so viele Details sichtbar.

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