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Krieg der Zukunft: US-Armee setzt auf unbemannte Flugzeuge

Krieg der Zukunft  

Terroristenjagd per Joystick im Schichtdienst

14.09.2009, 10:09 Uhr | Von Holger Dambeck, Spiegel Online

Drohne "Predator" bei Testflug: Gesteuert werden die UAVs von Piloten am Boden (Foto: AFP)Drohne "Predator" bei Testflug: Gesteuert werden die UAVs von Piloten am Boden (Foto: AFP)

Der Krieg der Zukunft hat schon begonnen: In Afghanistan und im Irak setzt die US-Armee auf unbemannte Flugzeuge. Die Roboterkrieger in der Luft werden von Piloten gesteuert, die in der Wüste von Nevada in einem Container sitzen - und nach der Schicht mit dem Auto nach Hause fahren.

Auf dem Schlachtfeld der Zukunft soll es keine Toten mehr geben - zumindest nicht in den eigenen Reihen. Das ist die Vision der Pentagon-Strategen - und sie ist in Ansätzen schon heute Realität. Im Irak und in Afghanistan setzt die US-Armee immer häufiger Drohnen ein, auch UAV (Unmanned Aerial Vehicle) genannt. Die unbemannten Flugzeuge sind nicht nur mit hochauflösenden Kameras bestückt, sondern können auch Bomben abwerfen oder Raketen abfeuern.

Raketenangriff per Knopfdruck

So wird der Krieg zu einer Art Videospiel: Die in Echtzeit gelieferten Videobilder werden ausgewertet, Informationen an die Bodentruppen weitergeleitet. Gesteuert werden die UAVs von Piloten am Boden - und die müssen nicht einmal in der Nähe des Geschehens sein. Tausende Kilometer von Afghanistan entfernt tun die Soldaten auf einem Militärstützpunkt bei Las Vegas Dienst. Sie bedienen die Drohnen per Joystick. Mit Hilfe von Videobildern beobachten sie, was am Boden vor sich geht. Auf Knopfdruck können sie die Raketen abfeuern, die an den Drohnen befestigt sind.

Kollateralschäden kaum vermeidbar

In der amerikanischen Öffentlichkeit lässt sich diese Art von Kriegsführung gut verkaufen: Das Leben der eigenen Soldaten ist nicht in Gefahr, gleichwohl können die Taliban wirksam bekämpft werden. Der Mythos vom sauberen Krieg mit den angeblich chirurgisch präzisen Angriffschlägen wird so gepflegt - auch wenn längst klar ist, dass zivile Opfer, im Militärjargon Kollateralschäden, kaum zu vermeiden sind.

Maschinen lösen Soldaten ab

Drohnen von der Größe eines Kleinflugzeugs sind aber nur ein Baustein im Krieg der Zukunft, wie er US-Strategen vorschwebt. Sogar an Mini-Drohnen in Insektengröße wird getüftelt. Und auch am Boden sollen Maschinen den kämpfenden Soldaten mehr und mehr ablösen. Selbst die amerikanische Polizei interessiert sich für bewaffnete Blechkameraden. Seit Jahren schon arbeiten Forscher an Kampfrobotern, die bislang vor allem Thema von Science-Fiction-Filmen waren. Von Mini-Robotern auf Ketten, die das Gelände erkunden oder Bomben entschärfen bis zu unbemannten Jeeps, auf denen ein schweres Maschinengewehr montiert ist, reichen die Konzepte.

Moralische Grundsätze gefragt

Doch von den schwerbewaffneten Maschinen gehen auch Gefahren für eigene Truppen und die Zivilbevölkerung aus. Um zu verhindern, dass die Blechkameraden zu Kriegsverbrechern werden, haben US Army und Navy sogar schon Ethikexperten um Rat gebeten. Diese sollen helfen, den Killermaschinen moralische Grundsätze beizubringen, sofern dies überhaupt möglich ist.

Mehr zum Thema erfahren Sie am Sonntag im SPIEGEL TV Magazin: "Luftangriff per Knopfdruck - die blutigen Folgen 'sauberer' Kriegsführung" (13.09.2009 um 22:25 Uhr direkt nach dem Kanzlerduell auf RTL)

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