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Astronomie: Forscher entdecken gigantischen Stern

Astronomie  

Forscher entdecken gigantischen Stern

22.07.2010, 13:50 Uhr | dpa

Astronomie: Forscher entdecken gigantischen Stern. Astronomie: Der Riesenstern strahlt zehn Millionen Mal heller als unsere Sonne, ist aber so weit entfernt, dass er am Nachthimmel nur als kleiner Punkt erscheint. (Foto: dpa)

Der Riesenstern strahlt zehn Millionen Mal heller als unsere Sonne, ist aber so weit entfernt, dass er am Nachthimmel nur als kleiner Punkt erscheint. (Foto: dpa)

Astronomen haben einen Riesenstern entdeckt, der zehn Millionen Mal heller leuchtet als unsere Sonne. Der Rekordstern ist nicht nur der hellste, den Forscher bislang aufgespürt haben, sondern auch der massereichste: Der Feuerball mit der nüchternen Katalognummer R136a1 besitzt 265 Mal mehr Masse als unser Tagesgestirn.

Da er jedoch rund zehn Milliarden Mal weiter entfernt ist als unsere Sonne, fällt der Stern am Nachthimmel nicht weiter auf.

Die Astronomen um Paul Crowther von der Universität Sheffield haben ihre Entdeckung mit dem "Very Large Telescope" der Europäischen Südsternwarte (ESO) in Chile gemacht. Sie präsentieren den Stern im britischen Fachjournal "Monthly Notices of the Royal Astronomical Society" (MNRAS).

Stern war bei Entstehung noch größer

Nach der gängigen Theorie dürfte es den Monsterstern gar nicht geben: 150 Sonnenmassen galten bislang als Obergrenze für stabile Sterne. Im Sternhaufen R136 in der Großen Magellanschen Wolke, einer Satellitengalaxie unserer Milchstraße, stießen die Astronomen jedoch gleich auf vier Sterne, die mehr als 150 Sonnenmassen haben, berichtete die ESO an ihrem Hauptsitz in Garching bei München.

Und bei ihrer Entstehung müssen diese Riesensterne noch größer gewesen sein, denn solche sehr massereichen Sonnen pusten permanent sehr starke Sternwinde ins All und verlieren damit beständig an Masse. "Im Gegensatz zu Menschen werden solche Sterne als Schwergewichte geboren", erläuterte Crowther. "Anstatt zu wachsen, nehmen sie ab." R136a1 hat auf diese Weise in den etwa eine Million Jahren seiner Existenz bereits etwa 50 Sonnenmassen verloren. Bei seiner Entstehung muss er also bis zu 320 Sonnenmassen besessen haben.

Unsere "kleine Sonne" wird uralt

Dieser Materialverlust gilt für alle Sterne. Allerdings zehren diese Riesen-Sterne ihre eigenen Reserven wesentlich schneller auf, als kleinere, wie die Sonne. "Die größten leben nur drei Millionen Jahre", sagt Crowther. "In der Astronomie ist das eine sehr kurze Zeit." Die mutmaßliche Lebenszeit der relativ kleinen Sonne, beträgt dagegen rund neun Milliarden Jahre - etwa 3000 mal mehr.

Forscher, die nicht an der Entdeckung beteiligt waren, wollten nicht ausschließen, das Crowthers Team möglicherweise zwei sehr dicht beieinander stehende Sterne für einen einzigen gehalten haben könnten. Crowther räumte ein, dass R136a1 einen Partner haben könnte. Dieser wäre aber deutlich kleiner, so dass der Hauptstern noch immer von gewaltigem Ausmaß wäre.

Bisherige Größenordnung muss revidiert werden

Auch in der Sternenfabrik NGC 3603 in unserer Heimatgalaxie stießen die Astronomen auf Riesensterne, die bei ihrer Entstehung mehr als 150 Sonnenmassen gehabt haben müssen. Wie sich solche Massemonster bilden, ist nicht klar. "Entweder sind sie tatsächlich in dieser Größe entstanden, oder aber sie haben sich aus mehreren kleineren Sternen gebildet", erklärte Crowther.

Klar ist aber, dass die Stabilitätsgrenze für Sterne neu bestimmt werden muss. "Unsere Ergebnisse bestätigen die gängige Ansicht, dass es eine Obergrenze für die Masse von Sternen gibt", betonte Olivier Schnurr vom Astrophysikalischen Institut Potsdam, der an der Studie beteiligt ist. "Allerdings hat sich der Zahlenwert für diese Obergrenze um einen Faktor Zwei auf etwa 300 Sonnenmassen nach oben verschoben."

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