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UNESCO erhebt Harzer Wasserwirtschaft zum Weltkulturerbe

UNESCO erhebt Harzer Wasserwirtschaft zum Weltkulturerbe

02.08.2010, 08:19 Uhr | dpa

UNESCO erhebt Harzer Wasserwirtschaft zum Weltkulturerbe. Teil des neuen Weltkulturerbes im Harz: Mit dieser Anlage in Clausthal-Zellerfeld wurde die Entnahme von Betriebswasser aus dem Teich für die Wasserräder der Bergwerke, Pochwerke und Hütten geregelt (Foto: dpa)

Teil des neuen Weltkulturerbes im Harz: Mit dieser Anlage in Clausthal-Zellerfeld wurde die Entnahme von Betriebswasser aus dem Teich für die Wasserräder der Bergwerke, Pochwerke und Hütten geregelt (Foto: dpa)

Die UNESCO hat die Harzer Wasserwirtschaft zum Weltkulturerbe erklärt. Das sagte die Welterbe-Beauftragte der Kultusministerkonferenz der Länder, Birgitta Ringbeck. Damit ist das Wassersystem, das schon vor 800 Jahren Energie für den Bergbau erzeugt hat, künftig Teil der nunmehr 33 Welterbestätten in Deutschland.

Die 21 Experten des Welterbekomitees hätten ihre Entscheidung am Samstag in Brasília einstimmig getroffen, teilte die UNESCO-Sprecherin Sue Williams mit. Deutschland hatte die Harzer Wasserwirtschaft als Erweiterung der Welterbestätte "Bergwerk Rammelsberg und Altstadt von Goslar" nominiert, die seit 1992 zum UNESCO-Welterbe gehört.

Zum Teil bis heute in Betrieb

Das ausgeklügelte System kleiner Stauseen, Gräben, Stollen und Wasserläufe diente den Bergleuten zur Energieerzeugung. Die wurde für die Förderung von Abbraum und Erzen sowie vor allem für die Entwässerung der Stollen benötigt. Die Wasserwirtschaft ist in Teilen bis heute erhalten und in Betrieb. Sie steht seit Jahrzehnten unter Denkmalschutz.

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"Die Aufnahme des größten, seit dem Mittelalter weiter entwickelten montanen Wasserwirtschaftssystems der Welt, ist eine berechtigte Auszeichnung für dieses Meisterwerk menschlicher Schöpfungskraft", sagte Niedersachsens Kulturministerin Johanna Wanka. Sie verspreche sich davon eine große Strahlkraft für den Harz.

Auch Bikini-Atoll aufgenommen

Dem Welterbekomitee lagen bei seiner 34. Jahrestagung in Brasilien insgesamt 39 Anträge auf Aufnahme von Denkmälern in die begehrte Erbeliste vor. Neben der Harzer Wasserwirtschaft wurden unter anderem auch Denkmäler in Saudi-Arabien, Australien, Indien und Iran in die Welterbeliste aufgenommen. Außerdem wurde auch das zentrale Hochland in Sri Lanka sowie das US-Meeresnaturschutzgebiet Papahnaumokukea bei Hawaii im Pazifik zum Welterbe erklärt.

Erfolgreich war auch der Antrag der Antrag der Marshall-Inseln, das Bikini-Atoll in die Liste des Weltnaturerbes aufzunehmen. Das Atoll liegt im Pazifik und wurde zwischen 1940 und 1958 von den USA für zahlreiche Kernwaffentests benutzt. Der Status als Welterbe erleichtert den Zugang zu Fördergeldern und gilt als Touristenmagnet.

Grünes Licht für Mittelrheinbrücke beim Loreleyfelsen

Die UNESCO-Experten befassten sich auch mit Anfragen, ob geplante Baumaßnahmen mit bestimmten Weltkulturerbestätten im Einklang stehen. So gaben sie grünes Licht für den umstrittenen Bau der Mittelrheinbrücke in der Nähe des weltberühmten Loreleyfelsens. Das UNESCO-Welterbe Oberes Mittelrheintal sei dadurch nicht gefährdet. Die Wirtschaft forderte seit langem eine Rheinquerung bei St. Goar und St. Goarshausen, denn zwischen Koblenz und Mainz gibt es auf rund 85 Kilometern weder Brücke noch Tunnel.

Keine Entscheidung gab es jedoch vorläufig über die in Regensburg geplante Donaubrücke. Die Stadt hatte eine Studie zum Bau einer Bustrasse eingereicht, die als Ersatz für die gesperrte Steinerne Brücke gedacht ist. Möglicherweise müssen die Planungen nun für ein Jahr bis zur nächsten Sitzung des Komitees auf Eis gelegt werden.

Galapagos-Inseln von Liste der gefährdeten Denkmäler gestrichen

Das Komitee entschied außerdem über gefährdete Denkmäler des Welterbes. So strich sie in einer durchaus umstrittenen Entscheidung die Galapagos-Inseln von der Liste. Neu auf die Rote Liste kamen dafür zwei Denkmäler in Georgien, die Bagrati-Kathedrale und das Gelati-Kloster. Hier würden Restaurierungsarbeiten die Denkmäler bedrohen.

Neu auf die Liste kamen auch der Nationalpark Everglades im US-Bundesstaat Florida wegen sinkender Wasserpegel und Verschmutzung sowie die Regenwälder von Atsinananain in Madagaskar wegen der illegalen Holzfäller. Der Inka-Ruinenstadt Machu Picchu in Peru blieb dies erspart, aber die UNESCO mahnte hier eine bessere Kontrolle der Touristenströme an.

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