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USA: Hyperschall-Geschoss versagt bei zweitem Test

Hyperschall-Geschoss versagt bei zweitem Test

17.06.2011, 09:36 Uhr | mbe, Spiegel Online

USA: Hyperschall-Geschoss versagt bei zweitem Test. Soll irgendwann nahezu doppelt so schnell fliegen, wie eine Gewehrkugel: das Hyperschall-Geschoss X-51A (Foto: USAF)

Soll irgendwann nahezu doppelt so schnell fliegen, wie eine Gewehrkugel: das Hyperschall-Geschoss X-51A (Foto: USAF)

Es ist nicht irgendeine Waffe, sondern könnte in der zukünftigen Militärstrategie der USA eine zentrale Rolle spielen: Die X-51A, die dank eines sogenannten Scramjet-Antriebs mehr als sechsfache Schallgeschwindigkeit erreichen soll. Von derartigen Hyperschall-Geschossen erhoffen sich Militärs neue Möglichkeiten bei der Bekämpfung von Zielen, die nur für kurze Zeit erreichbar sind - etwa Terrorverdächtige, die regelmäßig ihren Aufenthaltsort wechseln.

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Schon beim ersten Testflug der X-51A im Mai 2010 kam es, obwohl insgesamt als Erfolg bezeichnet, zu einem Problem: Zwar donnerte das Geschoss mehr als 200 Sekunden lang mit bis zu fünffacher Schallgeschwindigkeit durch die Atmosphäre, davon 143 Sekunden unter Scramjet-Antrieb - ein neuer Zeitrekord. Dennoch wurde die angepeilte Höchstgeschwindigkeit von Mach 6 nicht erreicht. Es habe eine Störung des Triebwerks gegeben, teilte die U.S. Air Force mit.

Beim zweiten Testflug kam es nun offenbar nicht einmal zum Start des Scramjets. Die X-51A kam nach Angaben der Air Force nur knapp über Mach 5 hinaus. Ein B-52-Bomber habe das Experimentalflugzeug in rund 15 Kilometern Höhe ausgeklinkt, wo es dann mit seinem Feststoff-Raketenantrieb auf knapp über fünffache Schallgeschwindigkeit beschleunigt habe. Anschließend sollte der Antrieb auf die Versorgung mit dem Spezialtreibstoff JP-7 umschalten - was nach Angaben der Air Force aber nicht funktionierte.

Triebwerk versagte

Das hat mit der besonderen Technik des Scramjet-Antriebs zu tun: Der "Supersonic Combustion Ramjet" ("Überschall-Verbrennungs-Staustrahltriebwerk") besitzt praktisch keine beweglichen Teile und nutzt den Effekt, dass die Luft bei hohen Fluggeschwindigkeiten mit enormer Gewalt in den Einlass gepresst wird. Auf Schaufelräder, die in herkömmlichen Strahltriebwerken zur Verdichtung der Luft benutzt werden, kann verzichtet werden.

Doch beim zweiten Testflug Versagte das Triebwerk laut US-Luftwaffe. Der Grund sei ein sogenannter Unstart gewesen: Der Druck in der Brennkammer wird zu groß, der Lufteinlass wird letztlich blockiert und der Schub sinkt. Der Versuch, den Flugkörper in eine neue Position zu bringen und das Triebwerk zu starten, misslang. Die X-51 flog mit verminderter Kraft weiter und ging innerhalb des Testbereichs im Pazifik nieder.

"Wir sind natürlich enttäuscht und hätten bessere Ergebnisse erwartet", sagte Charlie Brink, Manager des X-51A-Programms am Air Force Research Laboratory. Wie die Zeitschrift "Aviation Week" berichtet, seien die Forscher zuvor optimistisch gewesen, da man nach dem ersten Test Veränderungen am Lufteinlass und an anderen Stellen des Scramjets vorgenommen habe.

Die Ingenieure sind laut Brink nun dabei, die Telemetriedaten auszuwerten und den Grund der Anomalie herauszufinden. Der nächste Test werde voraussichtlich im Herbst stattfinden.

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