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Hintergrund: Die verschiedenen Arten von Stammzellen

Hintergrund: Die verschiedenen Arten von Stammzellen

16.05.2013, 11:32 Uhr | dpa

Auf Stammzellen konzentrieren sich viele Hoffnungen der Medizin. Sie sind noch nicht auf eine besondere Aufgabe festgelegt und können damit prinzipiell zu allen Zellentypen werden.

Zur Gewinnung von embyronalen Stammzellen nutzten Forscher bislang Embryonen, die nach der künstlichen Befruchtung in Kliniken übrig geblieben waren, weil sie nicht in eine Frau eingesetzt wurden.

Das Verfahren ist ethisch äußerst umstritten, weil die Embryonen bei der Gewinnung der Stammzellen zerstört werden.

Fast unbegrenzte Möglichkeiten

Embryonale Stammzellen sind noch nicht auf eine endgültige Aufgabe festgelegt. Im Labor sind daraus bereits viele verschiedene Zelltypen hervorgegangen und in Versuchstiere eingepflanzt worden.

Der Einsatz beim Menschen birgt noch Risiken: Durch ihr besondere Teilungs- und Entwicklungspotenzial könnte es beispielsweise zu unkontrollierten Wucherungen (Teratomen) kommen.

Mediziner müssen sich daher ganz sicher sein, dass die Zellen im Körper nur und genau das tun, was sie sollen. Menschliche embryonale Stammzellen haben bisher aber zum Beispiel Ratten bei Diabetes und Schlaganfällen geholfen.

Wissenschaftliches Neuland

US-Forschern ist es nach eigenen Angaben im Mai 2013 erstmals gelungen, menschliche embryonale Stammzellen herzustellen. Dafür hatten sie das Erbmaterial aus Hautzellen entnommen und einer Eizelle eingepflanzt, aus der die Erbinformation zuvor entfernt worden war.

Aus der neuen Zelle entwickelte sich den Forschern zufolge eine sogenannte Blastozyte, von der embryonale Stammzellen entnommen werden können. Dabei werden die Embryonen jedoch ebenfalls zerstört. Die neuen Zellen könnten theoretisch in jede Art von Körperzellen transformiert werden. Für das Kopieren von Menschen soll die Methode nicht taugen, wie die Wissenschaftler betonen.

Zellen zurückprogrammiert

Ende 2007 berichteten Forscher von der erfolgreichen Rückprogrammierung von Körperzellen zu sogenannten induzierten pluripotenten Stammzellen (iPS-Zellen). Diese Zellen besitzen nach derzeitigem Kenntnisstand die wichtigsten Eigenschaften embryonaler Stammzellen, lassen sich aber aus normalen Körperzellen gewinnen.

Die Forscher haben zur Rückprogrammierung mehrere Erbanlagen in die ausdifferenzierten Zellen eingeschleust und so eine Art embryonalen Zustand wieder hergestellt. Ob solche iPS-Zellen ein vollwertiger Ersatz für embryonale oder andere Stammzellen sein können, muss sich erst noch erweisen.

Erwachsene Zellen mit begrenztem Potential

Adulte Stammzellen finden sich an vielen Stellen als natürliches Reservoir im erwachsenen Körper. Im Knochenmark etwa entstehen daraus immer neue Blutzellen. Auch in der Leber, der Bauchspeicheldrüse und im Hirn gibt es sie.

Der Umgang mit diesen Zellen gilt als ethisch weitgehend unbedenklich, allerdings haben sie ein eingeschränktes Entwicklungspotenzial. Anwendung finden diese adulten Stammzellen beispielsweise in der Therapie von Blutkrebs.

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