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Komet Ison wohl verglüht: Schicksal von Adventskomet ungewiss

Schicksal von Ison ungewiss  

Adventskomet wahrscheinlich verglüht

29.11.2013, 18:37 Uhr | dpa, AFP

Komet Ison wohl verglüht: Schicksal von Adventskomet ungewiss. ISON, Adventskomet, zu nahe an der Sonne, wahrscheinlich verglüht (Quelle: AP/dpa/NASA)

Links unten ist Komet Ison zu sehen, wie er sich der Sonne am rechten Rand annähert (Quelle: NASA/AP/dpa)

Aus dem Weihnachtsstern wird wohl leider nichts. Der Himmelskörper Ison hat seine Annäherung an die Sonne wahrscheinlich nicht überlebt.

Er ist fast so alt wie unser Sonnensystem, aber nun ist der viel beachtete Adventskomet dem Zentralgestirn zu nahe gekommen. Kometenforscher Karl Battams vom Naval Research Laboratory kam nach Betrachten von Weltraumbildern zu dieser Einschätzung.

Andere Wissenschaftler äußerten sich ähnlich. Es besteht allerdings noch Ungewissheit über Isons Schicksal, nachdem der Schweifstern am Donnerstag gegen 19.30 mitteleuropäischer Zeit den sonnennächsten Punkt seiner Bahn erreicht hatte. Zu diesem Zeitpunkt betrug sein Abstand zum glühend heißen Zentralgestirn nur noch einen Sonnendurchmesser. Bei einer Entfernung von 1,17 Millionen Kilometern war er Temperaturen von 2700 Grad Celsius ausgesetzt und verlor drei Millionen Tonnen pro Sekunde - wahrscheinlich das Todesurteil für den Himmelskörper

Schweif über eine Million Kilometer lang

Niedersächsische Max-Planck-Forscher hatten es für möglich gehalten, dass der Komet den Sonnenvorbeiflug heil übersteht. Was tatsächlich geschehen ist, müssten weitere Messungen und Untersuchungen klären, sagte Sprecherin Birgit Krummheuer vom Institut Katlenburg-Lindau.

Wenn sich Kometen auf ihrer Reise durchs All der Sonne nähern, bilden sie oft Gas- und Staubschweife aus, die stets von der Sonne wegweisen. Nach Berechnungen von Forschern war Isons Schweif schon vor einigen Tagen mehr als eine Million Kilometer lang. Ob sich unter dem Schweif aber noch der im Durchmesser mehrere Kilometer große Kometenkern befindet, ist zweifelhaft.

Wie ein "loser Schneeball"

"Wir wissen nicht, ob der Kern des Schweifsterns noch existiert", erklärte Krummheuer. Die NASA ist skeptischer. "Ich sehe nichts, das jenseits der Sonnenscheibe hervorkommt", sagte Battams bei einer von der US-Raumfahrtbehörde organisierten Diskussionsrunde. Phil Bait vom Bad-Astronomy-Blog hat ebenfalls den "starken Verdacht, dass Ison ein Ex-Komet sein könnte". Dean Pesnell vom NASA-Sonnenobservatorium Solar Dynamics Observatory (SDO) erklärte: "Der Komet scheint verschwunden und sich in den letzten Stunden aufgelöst zu haben."

Weder das SDO noch die gemeinsam von der NASA und der Europäischen Raumfahrtbehörde ESA betriebene Sonnensonde Soho finde noch eine Spur des Kometen, obwohl sie "sehr gute Detektoren für Kometen" seien, sagte Pesnell. Die Kometenexpertin Carey Lisse von der Johns Hopkins Universität hatte den Komet zuvor mit einem "losen Schneeball" verglichen, der zu 30 oder 50 Prozent aus Wassereis bestehe. Zudem sei er mit 1,2 Kilometer Durchmesser eher klein.

Rund 4,5 Milliarden Jahre alt

Spekulationen über ein mögliches Ende des Kometen hatten bereits am Nachmittag neue Nahrung erhalten: Bilder von Soho hatten gezeigt, dass die Helligkeit von Ison kurz vor seiner dichtesten Annäherung an die Sonne deutlich abgenommen hatte. Ison fasziniert Astronomen, seitdem er im September 2012 von russischen Forschern entdeckt wurde, da sein Ursprung rund 4,5 Milliarden Jahre bis in die Anfänge des Sonnensystems zurückreicht.

Vor mehreren Jahren hatte Ison sich aus der sogenannten Oort-Wolke gelöst, einer Ansammlung von Gesteinsbrocken auf halber Strecke zwischen der Sonne und dem nächstgelegenen Stern. Battams betonte, es sei noch nie ein solcher Komet aus der Oort-Wolke gesehen worden, der der Sonne derart nahe kommt.

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