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Seit 2000 26 schwere Asteroidentreffer: Sprengkraft wie Atombomben

Sprengkraft wie Atombomben  

26 schwere Meteoritentreffer seit Jahrtausendwende

23.04.2014, 19:20 Uhr | t-online.de, dpa

Seit 2000 26 schwere Asteroidentreffer: Sprengkraft wie Atombomben. Schwere Schäden verursachte die Explosion eines Asteroiden über der russischen Stadt Tscheljabinsk 2013 (Quelle: imago images/Xinhua)

Schwere Schäden verursachte die Explosion eines Asteroiden über der russischen Stadt Tscheljabinsk 2013 (Quelle: Xinhua/imago images)

Die Sprengkraft von 40 Hiroshima-Bomben, 1200 Verletzte, schwere Schäden. Der Meteorit, der Anfang 2013 über der russischen Millionenstadt Tscheljabinsk im Ural explodiert, zeigt, das schwere Einschläge von Himmelskörpern kein reines Filmszenario sind. Eine private Stiftung will seit 2000 26 Meteorittreffer mit der Sprengkraft atomarer Waffen auf der Erde registriert haben und plant ein Frühwarnsystem.

Seit der Jahrtausendwende sei die Erde von mindestens 26 großen Asteroiden getroffen worden, behauptet die Stiftung B612. Die kosmischen Bomben hätten eine Sprengkraft zwischen einer und 600 Kilotonnen TNT gehabt. Die Stiftung vergleicht Explosionskräfte von mehr als einer Kilotonne mit denen von Atombomben. Die vom amerikanischen Astronauten Ed Lu mitgegründete Organisation will Geld für ein Weltraumteleskop sammeln, das gefährliche Geschosse rechtzeitig entdecken soll.

Erde kollidiert ständig mit Meteoritenstücken

Die Erde kollidiere ständig mit Bruchstücken von Meteoriten, argumentierte die Stiftung. Die meisten kosmischen Geschosse explodierten allerdings zu weit oben in der Atmosphäre, um große Schäden anzurichten.

"Da wir nicht wissen, wo und wann der nächste große Einschlag passieren wird, ist das einzige, was eine Katastrophe durch einen 'City-Killer'-Meteoroiden verhindert hat, pures Glück gewesen", betonte Lu in einer Mitteilung der Stiftung.

In den vergangenen zwölf Jahren habe es Treffer mit mehr als 20 Kilotonnen Sprengkraft in Indonesien, dem Südpolarmeer, dem Mittelmeer und in Russland gegeben. Die Stiftung bezieht sich dabei auf Messungen des Atomteststopp-Überwachungsnetzwerks.

Der Meteorit, der vergangenes Jahr über der russischen Stadt Tscheljabinsk niederging, habe eine Sprengkraft wie 600 Kilotonnen des Sprengstoffs TNT gehabt - 40 Mal mehr als die Hiroshima-Bombe. Die Vereinten Nationen hatten daraufhin die Einrichtung einer internationalen Meteoroiden-Warngruppe beschlossen.

Frühwarnsystem soll 2018 starten

"Während die meisten großen Meteoriten, die ein ganzes Land oder einen gesamten Kontinent zerstören können, entdeckt sind, haben alle existierenden Observatorien im Weltraum oder auf dem Erdboden weniger als 10.000 der mehr als eine Million gefährlichen Meteoriten gefunden, die eine Metropolregion zerstören können", erläuterte Lu.

Die B612-Stiftung will ein privat finanziertes Infrarot-Teleskop im All stationieren. Es soll potenziell gefährliche Geschosse Jahre im Voraus erspähen, so dass Zeit für Abwehrmaßnahmen bleibt. Das Weltraumteleskop namens "Sentinel" (Wache) soll 2018 ins All geschossen werden und bereits im ersten Jahr mehr als 200.000 Meteoriten aufspüren.

Dazu soll es nach der Wärmesignatur der Meteoriten spähen, die leichter zu entdecken sei als das nur schwach reflektierte Sonnenlicht von den meist sehr dunklen Himmelskörpern.

Vision: Meteoriten auf ungefährliche Bahn "schubsen"

"Wenn wir Meteoriten, die eine Stadt auslöschen können, früh genug entdecken, ist nicht viel nötig, nur ein kleiner Schubser, um sie auf einen ungefährlichen Kurs zu lenken", betonte "Apollo 8"-Veteran Bill Anders auf einer Pressekonferenz im Flugmuseum von Seattle.

"Die Erde ist in der Vergangenheit wiederholt von Meteoriten getroffen worden, was das Leben auf dem Planeten verändert hat", ergänzte Astronautenkollege Tom Jones. "Heute haben wir die Technologie, dies zu verhindern."

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