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Studie warnt: Virus-Experimente könnten weltweite Pandemie auslösen

Studie warnt  

Virus-Experimente könnten weltweite Pandemie auslösen

21.05.2014, 10:52 Uhr | t-online.de

Studie warnt: Virus-Experimente könnten weltweite Pandemie auslösen. Studie warnt: Virus-Experimente könnten weltweite Pandemie auslösen (Quelle: dpa)

Wissenschaftler forschen im Labor mit gefährlichen Viren - unter anderem, um Impfstoffe entwickeln zu können (Quelle: dpa)

Forscher aus Harvard und Yale schlagen Alarm: Experimente mit Viren im Labor seien ein Risiko für die ganze Welt, heißt es in einer neuen Studie. Das berichtet der "Guardian".

Konkret geht es in der Betrachtung um die Arbeit mit mutierten Viren. Wissenschaftler erhoffen sich durch solche Experimente, dass sie diese in der Natur besser unter Kontrolle bringen können. Außerdem sollen Impfungen verbessert werden.

Allerdings: Wenn zehn Labore solche Experimente zehn Jahre lang durchführen, liege die Wahrscheinlichkeit, dass sich eine Person infiziert, bei rund 20 Prozent - sagt die Studie. Würde diese Person das Labor verlassen, könnte sie leicht eine Pandemie auslösen.

Angst vor Bioterroristen

"Wir sagen nicht, dass das passieren wird. Aber wenn eine Pandemie ausbrechen kann, müssen wir selbst eine geringe Wahrscheinlichkeit ernst nehmen", sagte Marc Lipsitch von der Harvard Universität.

Am meisten beunruhigen die Forscher sogenannte "Gain-of-function"-Studien, bei denen hochansteckende Viren gezüchtet werden, um ihren genetischen Code zu untersuchen.

Die Studie greift auch einen Fall wieder auf, der die Wissenschaft 2012 in eine Krise stürzte: Damals wurde entschieden, dass mehrere Experimente zur Mutation des Vogelgrippe-Virus nicht veröffentlicht werden sollten - man hatte Angst, dass das "Rezept" in die Hände von Bioterroristen fallen könnte.

Schließlich wurden die Studien doch öffentlich gemacht. Inzwischen arbeiten viele Forscher an ähnlichen Experimenten.

Belege für Abwägung fehlen

Die Labor-Arbeit wird größtenteils von der US-Regierung finanziert. Nach eigenen Angaben werden die Experimente unterstützt, wenn der Nutzen "substantiell" und das Risiko "überschaubar" sind. Lipsitch hat allerdings keine Belege dafür, dass diese Abwägung stattgefunden hat.

Als Alternative zu den künstlich gezüchteten Viren schlagen die Forscher vor, Viren zu untersuchen, die bereits im Umlauf sind, beispielsweise aus einer jährlichen Grippewelle. Diese wären nicht nur sicherer, sondern würden sich auch nicht nur auf eine kleine Gruppe Tiere stützen, an denen sie getestet werden.

Führende "gain-of-function"-Wissenschaftler wiesen die Ergebnisse aus Harvard und Yale zurück. Die Autoren der Studie lägen falsch damit, dass das Risiko einer Pandemie groß sei, sagte Ron Fouchier, der in Rotterdam zur Vogelgrippe forscht. "In Wahrheit hat die wissenschaftliche Forschung nie eine Pandemie ausgelöst."

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