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Studie der Universität Glasgow: Was Menschen zu Massenmördern macht

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Studie der Universität Glasgow  

Was Menschen zu Massenmördern macht

21.05.2014, 12:57 Uhr | JK, t-online.de

Studie der Universität Glasgow: Was Menschen zu Massenmördern macht. Forscher haben herausgefunden, was Menschen zu Massenmördern machen kann. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Forscher haben herausgefunden, was Menschen zu Massenmördern machen kann. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Forscher der Universität Glasgow haben herausgefunden, dass die Kombination von geistigen Entwicklungsstörungen wie Autismus oder Kopfverletzungen und psychischen Traumata Menschen zu Massen- oder Serienmördern machen kann. Das berichtet die britische Tageszeitung "The Independent".

Die Studie von Dr. Clare Allely vom Institut für Gesundheit an der Universität ist die erste ihrer Art und zeigt einen komplexen Zusammenhang zwischen geistigen Entwicklungsstörungen und psychosozialen Faktoren auf.

Die Forscher nehmen an, dass 28 Prozent der Mehrfach-Mörder von einer autistischen Störung (ASD) betroffen sind. 21 Prozent haben in der Vergangenheit eine Kopfverletzung erlitten. Von den Mördern mit ASD oder einer Kopfverletzung haben 55 Prozent traumatische Erfahrungen gemacht, die psychische Belastungen verursacht haben.

Zusammenhang zwischen Entwicklungsstörungen und Misshandlung

Allely warnte aber vor voreiligen Schlüssen: "Es ist wichtig, dass wir nicht versuchen zu suggerieren, dass Individuen mit ASD oder früheren Kopfverletzungen wahrscheinlicher zu Serienmördern werden oder ein schwerwiegendes Verbrechen verüben." Die Forscher nehmen an, dass es eine Untergruppe von Individuen innerhalb dieser Gruppen gibt, bei denen es eher möglich ist, dass sie zu Gewalttätern werden, wenn sie bestimmten psychosozialen Stressfaktoren ausgesetzt werden.

Die Forschungsergebnisse, die im "Journal of Violent and Aggressive Behaviour" veröffentlicht wurden, zeigen einen Zusammenhang zwischen geistigen Entwicklungsstörungen wie Autismus oder Kopf-Traumata und psychosozialen Funktionsstörungen wie körperlicher Misshandlung oder sexuellem Missbrauch in der Kindheit.

Forschung über Massenmörder ganz am Anfang

Laut Allely stecke die Forschung über Massen- und Serienmörder "noch in den Kinderschuhen" und weitere Studien seien nötig, um den Mechanismus zu verstehen, der extremen Formen der Gewalt zugrundeliegt. Erst dann könnten Präventionsmaßnahmen entwickelt werden. Sie fügte hinzu: "Wir würden empfehlen, dass in Zukunft alle Serien- oder Massenmörder, die festgenommen werden, unter Benutzung standardisierter Werkzeuge für das Erforschen geistiger Entwicklungsstörungen, gründlich beurteilt werden."

Carol Povey, Direktor der "National Autistic Society’s Centre for Autism", sagte: "Das ist ein sehr wichtiges Ergebnis und Forschungen wie diese sind entscheidend, wenn wir Präventionsstrategien entwickeln wollen." Man müsse aber immer beachten, dass diese und frühere Forschungen gezeigt hätten, dass die überwiegende Mehrheit der Personen mit Autismus gesetzestreu ist und die Regeln der Gesellschaft respektiert.

Die Ergebnisse bestätigten nochmals die Wichtigkeit, "dass Menschen mit Autismus die Unterstützung, die sie brauchen, so früh wie möglich bekommen", erklärte Povey abschließend.

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