Sie sind hier: Home > Panorama > Wissen > Astronomie >

Astronomen entdecken riesiges Schwarzes Loch

Sensation im jungen Universum  

Astronomen entdecken monströses Schwarzes Loch

27.02.2015, 10:02 Uhr | dpa

Astronomen haben 12,8 Milliarden Lichtjahre von der Erde entfernt ein monströses Schwarzes Loch entdeckt. Es hat die Masse von zwölf Milliarden Sonnen und sitzt im Herz einer aktiven Galaxie, die so hell leuchtet wie 420 Billionen Sonnen.

Dieser sogenannte Quasar strahlt quer durch fast das gesamte sichtbare Universum zu uns, wie ein internationales Team um den Astrophysiker Xue-Bing Wu von der Universität Peking im britischen Fachblatt "Nature" berichtet.

Da das Licht des Quasars mit der Katalognummer SDSS J0100+2802 12,8 Milliarden Lichtjahre unterwegs war, sehen die Astronomen dieses Himmelsobjekt in einer fernen Vergangenheit, als das Universum erst 900 Millionen Jahre alt war. Damals endete in etwa das sogenannte Dunkle Zeitalter mit dem Aufflammen der ersten Sterne. Unklar ist, wie in der vergleichsweise kurzen Zeit vom Urknall bis zu dieser kosmischen Dämmerung ein so massereiches Schwarzes Loch entstehen konnte.

"Ein derart großes Schwarzes Loch so schnell zu bilden, ist schwer mit den aktuellen Theorien zu interpretieren", berichtet Ko-Autor Fuyan Bian von der Australischen Nationaluniversität in einer Mitteilung seiner Hochschule. "Das Schwarze Loch im Zentrum dieses Quasars hat eine enorme Masse in kurzer Zeit gewonnen." Es ist demnach das massereichste und hellste bekannte Objekt aus diesem kosmischen Zeitalter.

Appetit Schwarzer Löcher hat natürliche Grenzen

Schwarze Löcher wachsen, indem sie sich umgebende Materie einverleiben. Diese Materie bildet gigantische Strudel, sogenannte Akkretionsscheiben, und leuchtet hell auf, bevor sie ins Schwarze Loch stürzt. Die starke Strahlung der hinabstürzenden Materie drückt gegen die nachfolgende Materie und bremst diese. Dem Appetit des Schwarzen Lochs ist dadurch eine natürliche Grenze gesetzt. Das jetzt entdeckte Schwarze Loch muss nahezu seit dem Urknall im maximal möglichen Tempo Materie gefressen haben, um die beobachtete Masse zu erreichen.

Das ist überraschend, denn die Astronomen nehmen an, dass der Strahlungsdruck die Akkretion gewöhnlich nach zehn bis 100 Millionen Jahren erstmal zum Erliegen bringt, wie der an der Studie nicht beteiligte Forscher Bram Venemans vom Heidelberger Max-Planck-Institut für Astronomie in einem Begleitkommentar in "Nature" erläutert.

Die Forscher hoffen nun, mit der weiteren Untersuchung des ungewöhnlichen Objekts mehr über die Bedingungen im jungen Universum zu erfahren. Außerdem lässt sich mit ihm die chemische Zusammensetzung des intergalaktischen Gases quer durch Zeit und Raum erforschen. Denn auf dem langen Weg zur Erde hat das Licht des Quasars dieses Gas zu verschiedenen Epochen und an verschiedenen Orten durchleuchtet und dabei seine charakteristischen Fingerabdrücke aufgesammelt.

Liebe Leserinnen und Leser,

Leider können wir Ihnen nicht zu  allen Artikeln einen Kommentarbereich zur Verfügung stellen. Mehr dazu erfahren Sie in der Stellungnahme der Chefredaktion.

Eine Übersicht der aktuellen Leserdebatten finden Sie hier.

Gerne können Sie auch auf Facebook und Twitter zu unseren Artikeln diskutieren.

Ihr Community-Team

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

Anzeige
30% auf alle bereits reduzierten Artikel!
bei TOM TAILOR
Anzeige
Dein Wunschmix: Daten, MIN/SMS wie du es brauchst
Prepaid wie ich will von congstar
myToysbonprix.deOTTOUlla Popkenamazon.deLIDLBabistadouglas.deBAUR

shopping-portal