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Sonnenfinsternis 2015 hat begonnen: Alle Infos zur Sofi

Alle Infos zur Sonnenfinsternis  

"Wie dunkel wird es in Deutschland?"

20.03.2015, 09:47 Uhr | t-online.de, dpa

Sonnenfinsternis 2015 hat begonnen: Alle Infos zur Sofi. Am 20. März kann die erste totale Sonnenfinsternis des Jahrtausends beobachtet werden. (Quelle: dpa)

Am 20. März kann die erste totale Sonnenfinsternis des Jahrtausends beobachtet werden. (Quelle: dpa)

Schwarze Sonne über dem Meer: Am 20. März ereignet sich über großen Teilen des Atlantiks eine totale Sonnenfinsternis. Auch in Deutschland lohnt am Freitagvormittag ein Blick zum Himmel - gutes Wetter und geschützte Augen vorausgesetzt. Hierzulande verdeckt der Mond die Sonne aber nur zum Teil. Alle Fragen und Antworten zu dem seltenen Spektakel.

Totale oder partielle Sonnenfinsternis?

Komplett finster wird es nur in einem etwa 400 Kilometer breiten Streifen auf dem Nordatlantik, einschließlich der Färöer-Inseln und Spitzbergen. In Europa, Nordafrika, dem Mittleren Osten, dem westlichen Asien und auf Grönland ist das Ereignis als sogenannte Teilfinsternis zu sehen, bei der die Sonne unterschiedlich stark vom Mond bedeckt wird.

Wie sehr verdunkelt sich die Sonne über Deutschland?

Von Deutschland aus gesehen werden immerhin etwa zwei Drittel bis vier Fünftel der Sonne vom Mond verdeckt - je nach Standort. Die größte Bedeckung gibt es ganz im Norden auf Sylt mit etwa 83 Prozent. In München sind es immerhin noch 68 Prozent.

Wann beginnt die Show und wie lange dauert es?

Je nach Standort in Deutschland beginnt der Mond gegen 9.30 Uhr, die Sonnenscheibe anzuknabbern. Eine gute Stunde später, kurz nach 10.30 Uhr, ist die größte Bedeckung erreicht, die Sonne steht dann etwa 35 Grad über dem Horizont. Gegen 12 Uhr mittags ist das Spektakel vorbei.

Wird es dabei dunkel?

Die Teilbedeckung über Deutschland führt nicht zu einer stärkeren Abschattung als etwa eine dichtere Bewölkung. Eine Bedeckung von weniger als 50 Prozent der Sonnenscheibe nimmt der Mensch in der Regel überhaupt nicht wahr. Erst ab etwa 90 Prozent Bedeckung ist die Abschattung auch von unaufmerksamen Beobachtern nicht mehr zu übersehen.

Muss ich die Augen schützen?

Ja! Experten warnen eindringlich davor, mit ungeschützten Augen direkt in die Sonne zu schauen. Auch bei einer partiellen Sonnenfinsternis drohen bleibende Augenschäden - bis hin zur Erblindung. Auch Sonnenbrillen sind kein geeigneter Schutz. Den bieten spezielle "Sofi"-Brillen, die es für ein paar Euro im Fachhandel gibt. Leider sind diese in vielen Geschäften aber schon ausverkauft.

Eine sichere alternative Methode ist die Projektion - etwa mit Hilfe eines Feldstechers (aber Achtung: niemals mit den Augen durch den Feldstecher in die Sonne schauen!) oder einer simplen Lochkamera: einfach ein kleines Loch in eine Pappe stechen und das Bild der Sonne daraus in einen Schatten projizieren. Auch hier gilt natürlich: Auf keinen Fall in das Loch der selbstgebauten Kamera gucken. Allerdings ist das Abbild der Sonne aus einer Lochkamera recht klein, wenn die Projektionsdistanz nicht sehr groß ist.

Wenn Sie das Naturspektakel durch ein Fernglas oder Teleskop verfolgen wollen, um mehr Details zu erkennen, verwenden Sie spezielle Objektivfilter zur Sonnenbeobachtung, die Sie im Fachhandel bekommen. Wollen Sie Bilder von der Sonnenfinsternis machen, decken Sie das Objektiv mit einer geeigneten Filterfolie ab. Außerdem bieten viele Sternwarten Beobachtungen für Interessierte. Voraussetzung ist natürlich immer ein wolkenfreier Blick Richtung Sonne.

 (Quelle: NASA) (Quelle: NASA)

Wie entsteht eine Sonnenfinsternis?

Eine Sonnenfinsternis kann nur zu Neumond entstehen, wenn der Mond zwischen Erde und Sonne steht und sich ganz oder teilweise vor die Sonne schiebt. Fällt der Mondschatten auf die Erde, ist in diesem Bereich eine totale Sonnenfinsternis zu sehen. Dort, wo der Halbschatten des Mondes auf die Erde fällt, gibt es nur eine Teilfinsternis.

Warum gibt es dann nicht jeden Monat eine Sonnenfinsternis?

Die Mondbahn ist leicht gegen die Erdbahn gekippt. Dadurch wandert der Neumond meist ober- oder unterhalb der Sonne vorbei. Nur an den sogenannten Knotenpunkten, an denen sich die Ebenen von Mond- und Erdbahn schneiden, können Erde, Mond und Sonne genau in einer Reihe stehen. Nur wenn der Neumond genau an einem der beiden Knotenpunkte steht, kommt es daher zu einer Sonnenfinsternis.

Wo kann ich eine totale Finsternis erleben?

Der Kernschatten überstreicht die Färöer-Inseln und Spitzbergen. Dort wird es jeweils für etwas mehr als zwei Minuten komplett dunkel. Allerdings steht die Sonne an beiden Orten recht nah am Horizont, und die Bewölkungswahrscheinlichkeit ist relativ hoch. Verschiedene Redereien schicken Kreuzfahrtschiffe in den Pfad des Mondschattens auf dem Nordatlantik. Eine sichere Beobachtungsmöglichkeit bieten nur Flüge in die Zone der Totalität. Ein Flugzeug kann sich nicht nur über den Wolken bewegen, sondern dem Mondschatten auch ein Stück hinterher fliegen, so dass sich die Phase der kompletten Verfinsterung etwas verlängert.

Das ist sehr umständlich. Wann kommt die nächste Sonnenfinsternis?

Die nächste Sonnenfinsternis gibt es schon am 13. September, allerdings trifft der Mondschatten dabei nicht die Erde, so dass sie überhaupt nur als partielle Finsternis zu sehen ist - und das lediglich von Afrika, der Antarktis und den südlichen Ozeanen aus. Die nächste totale Sonnenfinsternis findet am 9. März 2016 über Südostasien und dem Pazifik statt und ist von Deutschland aus nicht zu sehen. Die nächste Beobachtungschance für eine partielle Sonnenfinsternis in Deutschland gibt es am 25. Oktober 2022. Eine totale Sonnenfinsternis findet über Europa erst wieder am 12. August 2026 statt und über Deutschland am 3. September 2081.

Anhand dieses Rasters können Sie erkennen, wann sich am 20. März an Ihrem Standort die Sonne wie stark verdunkelt. Im Norden ist der Effekt wesentlich stärker als im Süden. (Quelle: dpa)Anhand dieses Rasters können Sie erkennen, wann sich am 20. März an Ihrem Standort die Sonne wie stark verdunkelt. Im Norden ist der Effekt wesentlich stärker als im Süden. (Quelle: dpa)

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