Sie sind hier: Home > Panorama > Wissen > Astronomie >

Hubble-Teleskop wird 25: Die reparaturanfällige brillante Metallkiste

25 Jahre "Hubble"  

Die reparaturanfällige brillante Metallkiste

Von Ulrich Weih

24.04.2015, 12:33 Uhr

"Hubble" war für die astronomische Forschung von ungeheurer Bedeutung: Vier Jahrhunderte nach der Erfindung des Teleskops hat die reparaturanfällige Metallkiste unser Bild vom Kosmos revolutioniert. Das Weltraumteleskop hat geholfen, die Geburt von Sternen und Planeten aufzuklären, das Alter des Universums zu bestimmen und die mysteriöse Dunkle Energie zu untersuchen, die das Universum auseinander treibt.

Die unglaublichen Bilder von "Hubble" haben dazu beigetragen, dass sich viele Menschen für Astronomie interessieren - die Aufnahmen sind "eine glückliche Verbindung aus wissenschaftlicher Offenbarung und visueller Pracht", sagt der bekannte Astronomie-Fotograf Owen Edwards.

Hier haben wir für Sie eine Auswahl spektakulärer Aufnahmen zusammengestellt.

Massive Probleme zu bewältigen

Im Verlauf ihres nun 25-jährigen Bestehens musste die "Hubble"-Mission zahlreiche Probleme meistern. Wissenschaftler und Ingenieure standen immer wieder vor gewaltigen Herausforderungen, mehr als einmal war der Bestand der Mission massiv gefährdet. Doch die Mitarbeiter der Nasa fanden für alle Probleme letztlich eine Lösung.

Im folgenden stellen wir Ihnen einige Stationen in der wechselhaften "Hubble"-Mission vor.

 (Quelle: Nasa / dvidshub) (Quelle: Nasa / dvidshub)

Am 24. April 1990 startet das Spaceshuttle "Discovery". An Bord: das Weltraumteleskop "Hubble".

 (Quelle: Nasa)

Damit geht ein langgehegter Traum der Wissenschaftler in Erfüllung: Ein freier, klarer Blick in die Tiefen des Alls - außerhalb der störenden, unruhigen Lufthülle unseres Planeten Erde.

 (Quelle: Nasa) (Quelle: Nasa)

Doch die Mission startet mit einer riesigen Enttäuschung: Der 2,4 Meter messende Hauptspiegel des Teleskops ist falsch geschliffen worden. Die Brennweite der Lichtstrahlen vom Spiegelrand liegt 38 Millimeter außerhalb der Bildebene - das Superteleskop ist gewissermaßen kurzsichtig. Die Folge: unscharfe Aufnahmen.

 (Quelle: Nasa)

War das milliardenschwere Projekt somit bereits gescheitert? Keineswegs! Die Nasa entscheidet sich, eine Korrekturoptik zu bauen - "Hubble" bekommt so zu sagen eine Brille verpasst.

Die Korrekturoptik mit dem Namen "Costar" wird entwickelt, und im Dezember 1993 mit der Raumfähre "Endeavour" ins All gebracht.

 (Quelle: Nasa) (Quelle: Nasa)

Die eigentliche Reparatur übernehmen Astronauten. Zum Glück wurde bei "Hubble" schon im Vorfeld die regelmäßige Wartung im Weltraum eingeplant. Abgesehen von der Trägerstruktur und den Sonnensegeln sind alle wichtigen Baugruppen als leicht austauschbare Module ausgeführt.

Um Arbeiten im Weltall durch Astronauten mit klobigen Raumanzügen zu ermöglichen, hat die Nasa unter anderem an den Außenflächen des Teleskops Griffe und Halteösen angebracht.

 (Quelle: Nasa)

Hier bauen Jeffrey Hoffman (im Vordergrund) und Story Musgrave die Korrekturoptik ein. Bei dieser Gelegenheit tauschen sie auch noch die Weitfeld- / Planetenkamera gegen eine bessere aus und wechseln die beiden Solarzellenausleger.

 (Quelle: Nasa)

Astronaut Claude Nicollier mit einem ganz besonderen Akkuschrauber bei der Arbeit.

 (Quelle: Nasa) (Quelle: Nasa)

Die bisherigen Ausleger der Solarmodule hatten sich durch die Sonnenbestrahlung unerwartet stark erhitzt.

 (Quelle: Nasa)

Nach erfolgreichem Abschluss der Arbeiten kann die Nasa am 13. Januar 1994 voller Stolz verkünden: "The trouble with "Hubble" ist over!" - die Probleme an "Hubble" sind behoben.

Mitnichten. Tatsächlich liefert das Teleskop nun fantastische Bilder in nie zuvor erreichter Schärfe und zeigt einzelne Sterne in weit entfernten fremden Galaxien. Doch die Nasa muss sich weiterhin in sogenannten Service-Missionen intensiv um "Hubble" kümmern.

 (Quelle: Nasa)

Es handelt sich dabei keineswegs nur um den Ersatz technisch veralteter Module. 1998 beispielsweise gibt es gravierende Probleme und Totalausfälle mit den Gyroskopen zur Ausrichtung und Lagekontrolle des Teleskops. Die dritte Service-Mission im Dezember 1998 hat daher den Charakter eines Rettungsflugs.

 (Quelle: Nasa)

Die Liste der dringend notwendigen Reparaturen ist so lang, dass man die Mission in zwei Spaceshuttle-Einsätze splitten muss. Die Raumfähre "Columbia" fliegt im März 2002 zu "Hubble", um unter anderem die Faint Object Camera zu ersetzen, ein neues Kühlsystem zu installieren und die Solarzellenausleger auszutauschen.

 (Quelle: Nasa)

Die vierte große Service-Mission vom Mai 2009 wird wohl die letzte gewesen sein, um "Hubble" instand zu setzen und aufzurüsten. Im Jahr 2018 soll es vom "James Webb Space Telescope" abgelöst werden.

Dieses verfügt dann über einen fünfmal so großen Spiegel. Der Beobachtungsschwerpunkt soll allerdings im Infrarotbereich liegen - damit lassen sich Objekte hinter dichten Nebeln oder in extremen Entfernungen besser untersuchen. Der sichtbare Spektralbereich wird dann nicht mehr abgedeckt.

 (Quelle: Nasa) (Quelle: Nasa)

Doch bei allen Problemen: 25 Jahre sind eine verdammt lange Betriebszeit für ein Stück Hightech. Und so gesehen, hat sich "Hubble" sehr gut gehalten. Die Beobachtungsergebnisse sprechen ohnehin für das Weltraumteleskop.

"Hubble" sieht noch heute zehnmal schärfer als die neuesten und besten Bodenteleskope. So könnte man mit ihm problemlos die Schrift auf einer drei Kilometer entfernten Euro-Münze lesen, heißt es. Ein gestochen scharfer Blick in die Tiefen des Alls - zu Millionen Lichtjahre entfernten Galaxien.

Liebe Leserinnen und Leser,

Leider können wir Ihnen nicht zu  allen Artikeln einen Kommentarbereich zur Verfügung stellen. Mehr dazu erfahren Sie in der Stellungnahme der Chefredaktion.

Eine Übersicht der aktuellen Leserdebatten finden Sie hier.

Gerne können Sie auch auf Facebook und Twitter zu unseren Artikeln diskutieren.

Ihr Community-Team

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

Anzeige
HUAWEI Mate20 Pro für 1 €*, WirelessCharger gratis
von der Telekom
Klingelbonprix.detchibo.deCECILStreet OneLIDLBabistadouglas.deBAUR

shopping-portal
Das Unternehmen
  • Ströer Digital Publishing GmbH
  • Unternehmen
  • Jobs & Karriere
  • Presse
Weiteres
Netzwerk & Partner
  • Stayfriends
  • Erotik
  • Routenplaner
  • Horoskope
  • billiger.de
  • t-online.de Browser
  • Das Örtliche
  • DasTelefonbuch
  • Erotic Lounge
  • giga.de
  • desired.de
  • kino.de
  • Statista
Telekom Tarife
  • DSL
  • Telefonieren
  • Magenta TV
  • Mobilfunk-Tarife
  • Datentarife
  • Prepaid-Tarife
  • Magenta EINS
Telekom Produkte
  • Kundencenter
  • Magenta SmartHome
  • Telekom Sport
  • Freemail
  • Telekom Mail
  • Sicherheitspaket
  • Vertragsverlängerung Festnetz
  • Vertragsverlängerung Mobilfunk
  • Hilfe
© Ströer Digital Publishing GmbH 2018