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Komet "Tschuri" passiert dampfend und staubend die Sonne

Komet ist unbeschadet  

"Tschuri" fliegt dampfend und staubend an der Sonne vorbei

13.08.2015, 12:46 Uhr | dpa

Komet "Tschuri" passiert dampfend und staubend die Sonne. Gasausbruch auf "Tschuri" Ende Juli. Er war so stark, dass er sogar den auftreffenden Sonnenwind verdrängte. (Quelle: Esa / dpa)

Gasausbruch auf "Tschuri" Ende Juli. Er war so stark, dass er sogar den auftreffenden Sonnenwind verdrängte. (Quelle: Esa / dpa)

Erleichterung bei der Europäischen Raumfahrtagentur Esa: Komet "Tschuri" ist unbeschadet, nachdem er am Morgen der Sonne nah gekommen war. Dampfend und staubend hat er um 4.03 den sonnennächsten Punkt passiert.

"Es ist alles sehr glattgegangen, es war kein spektakulärer Vorbeiflug", sagte Paolo Ferri, der Bereichsleiter Satellitenbetrieb der Esa. "Tschuri" sei rund 185 Millionen Kilometer von der Sonne entfernt. Die Distanz vergrößere sich in den kommenden Wochen nur sehr langsam.

In den vergangenen vier bis acht Wochen habe der Komet immer mehr Sonnenenergie getankt und viel Staub um sich gewirbelt. "Wir erwarten weitere Explosionen und Staubwirbel bis September", so Ferri. Dass dabei Teile des Kometen abbrechen, sei "nicht so wahrscheinlich", aber auch nicht auszuschließen. Im Herbst soll sich die Lage laut Esa beruhigen.

"Rosetta" hält Sicherheitsabstand

Bis dahin begleitet und beobachtet die Sonde "Rosetta" die Staubschleuder zur Sicherheit aus einer Entfernung von 300 anstatt von 150 Kilometern.

Für den auf "Tschuri" gelandeten Roboter "Philae" bedeutet dies, dass der Kontakt zwischen Sonde und Roboter vorerst unterbrochen bleibt. Die Suche nach dem Signal ist aufgrund des zu großen Sicherheitsabstandes bis auf Weiteres ausgesetzt. "Rosettas" vorrangige Aufgabe sei es, die maximale Aktivität des Kometen mit wissenschaftlichen Messungen und Bildern zu dokumentieren, erklärte Ferri.

Der Energiepegel von "Philae" nimmt von Freitag an langsam wieder ab. Trotzdem müsste die Energie noch bis zum 30. Dezember für den Betrieb reichen, wie "Philaes" Technischer Manager beim Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR), Koen Geurts, sagte. "Philae" wird mit Sonnenenergie betrieben.

"Tschuri" verliert Masse

Derzeit verliert "Tschuri" nach Angaben des DLR in Köln pro Sekunde einige hundert Kilogramm seiner Masse. Den bisher gewaltigsten beobachteten Gasausstrom von einigen Minuten Dauer fotografierte eine "Rosetta"-Kamera bereits am 29. Juli, wie das DLR und die Esa nun berichteten. Dabei wurde Kometenmaterial mit hoher Geschwindigkeit in den Weltraum geschleudert.

Die Erde ist nur rund 150 Millionen Kilometer von der Sonne entfernt und hat damit einen kleineren Abstand zum Zentralgestirn als "Tschuri".

Dennoch wird es nach DLR-Angaben auf dem Kometen wegen der fehlenden Atmosphäre mit Temperaturen bis rund 80 Grad Celsius deutlich heißer als auf unserem Planeten. Die Aktivität des Kometen werde in den kommenden Tagen noch etwas zunehmen, sagte DLR-Kometenforscher Ekkehard Kührt. Das nächste Mal wird "Tschuri" den sonnennächsten Punkt seiner Bahn in etwa 6,5 Jahren passieren.

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