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Urpferd aus Grube Messel trägt Fötus im Bauch

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Entdeckung in Grube Messel  

Urpferdchen trägt Fötus im Bauch

08.10.2015, 12:36 Uhr | dpa

Urpferd aus Grube Messel trägt Fötus im Bauch. Tiere: In der Grube Messel wurden die versteinerten Überreste einiger Urpferdchen gefunden. (Quelle: Adgw)

In der Grube Messel wurden die Fossilien einiger Urpferdchen gefunden. (Quelle: Adgw)

Vor 48 Millionen Jahren starb eine Urpferd-Stute, deren Versteinerung schließlich in der Grube Messel bei Darmstadt entdeckt wurde. Jetzt gibt der Fund neuen Aufschluss über die Entwicklungsgeschichte der Säugetiere. Im Körper des Tieres fanden Forscher des Frankfurter Senckenberg-Instituts ein ungeborenes Fohlen in der Gebärmutter.

Der älteste Fund dieser Art zeige, dass sich das Fortpflanzungssystem bei den Vorfahren der heutigen Pferde früher entwickelte als bisher vermutet. "Es hat genauso funktioniert wie heute", sagte Senckenberg-Forscher Jens Lorenz Franzen. Er und Kollegen beschreiben den versteinerten Urpferd-Fund im Journal "PLOS ONE".

Fortpflanzungssystem des Urpferdchens funktionierte wie heute

Die trächtige Stute stand kurz vor der Geburt ihres Fohlens, als sie zu Tode kam. Was genau sich vor 48 Millionen Jahren im heutigen Südhessen abspielte, ist nicht bekannt. Aber das versteinerte Ungeborene, das in der Fossilienfundstätte Grube Messel im Körper der Urpferdchen-Stute gefunden wurde, bringt neue Erkenntnisse über die Entwicklungsgeschichte der Säugetiere.

Demnach war das Fortpflanzungssystem schon damals "moderner als man es vermuten konnte", sagte Franzen. Der Senckenberg-Experte hatten den Fötus zusammen mit seinem Kollegen Jörg Habersetzer und mit Christine Aurich von der Universität Wien untersucht.

Fortbewegungsapparat hat sich langsamer entwickelt

Ganz im Gegensatz zum Fortbewegungsapparat, der sich seit den Lebzeiten der in Messel gefundenen Tiere enorm entwickelt habe. Damals hätten die Urpferdchen - sie waren nur etwa so groß wie Foxterrier - noch 14 Zehen gehabt, je vier an den hinteren und drei an den vorderen Füßen.

In der versteinerten Gebärmutter mit Mutterkuchen (Uteroplazenta) ist das ungeborene Messeler Fohlen sehr gut erhalten. "Dies ist sowohl die älteste als auch die am besten erhaltene Uteroplazenta", sagte Franzen. Der Fund zeige, "dass die Evolution einer modernen Gebärmutter wahrscheinlich im Paläozän vor etwa 66 bis 56 Millionen Jahren, möglicherweise aber noch früher stattfand."

Woran starb das Urpferd von Messel?

Nicht die unmittelbar bevorstehende Geburt sei die Ursache für den Tod der Stute gewesen, vermuten die Forscher. "Vielleicht fiel das Muttertier am damaligen Maarsee von Messel giftigen Gasen spätvulkanischen Ursprungs zum Opfer, vielleicht wurde es aber auch von einem der zahlreichen Krokodile getötet, als es zum Trinken ans Ufer des Sees kam", sagte Franzen.

Vor rund 50 Millionen Jahren herrschte im Gebiet der heutigen Ölschiefergrube subtropisches Klima, Regenwald bedeckte die Region. Bekannteste von mehreren hundert dort entdeckten Tier- und Pflanzenarten ist das etwa 30 Zentimeter große Urpferdchen, ein Vorfahr des Pferdes. Es ist das Wahrzeichen der zum Unesco-Weltnaturerbe gehörenden Grube. Entstanden war sie durch einen Vulkanausbruch.

Tiere wurden in Ölschiefer gut erhalten

Der Kratersee wurde für viele Tiere zur tödlichen Falle. Sie ertranken oder vergifteten sich mit Algenwasser. Ihre toten Körper sanken zu Boden, wo sie versteinerten und in dem Ölschiefer ungewöhnlich gut erhalten wurden. Von 1884 bis 1971 wurden auf dem 1000 Meter langen und 700 Meter breiten Gelände rund 20 Millionen Tonnen Ölschiefer abgebaut.

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