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Landung auf "Tschuri": "Rosetta" beendet historische Weltraum-Mission

Großer Abschied  

"Rosetta" beendet ihre historische Weltraum-Mission

30.09.2016, 16:51 Uhr | dpa, AFP

Landung auf "Tschuri": "Rosetta" beendet historische Weltraum-Mission. Modell:  "Rosetta" vor der Landung auf "Tschuri". (Quelle: dpa)

Modell: "Rosetta" vor der Landung auf "Tschuri". (Quelle: dpa)

Die Raumsonde "Rosetta" geht nach zwölf Jahren in Rente: Mit einer spektakulären Kometen-Landung hat sich die Europäische Raumfahrtagentur Esa von einer ihrer spektakulärsten Missionen im Weltraum verabschiedet.

Landung geglückt: Wie geplant ist die Raumsonde auf den Planeten "Tschuri" aufgeprallt. Die Mission sei ein für alle Mal beendet, sagte der Chef des Esa-Flugbetriebs, Paolo Ferri, im Kontrollzentrum Darmstadt: "'Rosetta' bleibt in der Kälte für immer und ewig."

Geplant war, dass sich "Rosetta" beim Aufsetzen auf den 720 Millionen Kilometer von der Erde entfernt Kometen ausschaltet.

Freude und Trauer

Die Wissenschaftler sahen der Landung mit gemischten Gefühlen zu: "Ich bin sehr traurig", sagt Ferri. "Es ist schwer zu akzeptieren, dass nun keine Daten von 'Rosetta' mehr kommen werden." Er sei aber auch glücklich, "dass wir 'Rosetta' einen spektakulären Abschied verschafft haben", fügt Ferri hinzu.

Die Raumsonde hatte mehrere Instrumente an Bord, mit denen der Komet erforscht worden war. In Schweifsternen stecken die wahrscheinlich ältesten weitgehend unveränderten Reste aus der Zeit vor 4,6 Milliarden Jahre, in der sich das Sonnensystem bildete.

Auf dem Kometen, dessen Form an eine Ente erinnert, war bereits vor fast zwei Jahren eine noch nie dagewesene Landung gelungen. Auf "Tschuri", der mit ganzem Namen "67P/Tschurjumow-Gerassimenko" heißt, ging am 12. November 2014 das Mini-Labor "Philae" nieder. Die Raumsonde "Rosetta" hatte den Lander an Bord gehabt und auf dem Weg durchs All zu dem Kometen gebracht.

"Die Resultate werden unser Bild von Kometen über viele Jahre prägen und unser Verständnis zur Entstehung des Sonnensystems und zu den Ursprüngen des Lebens vertiefen", ist sich der Projektleiter für den Lander, Stephan Ulamec vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) sicher.

"Gut gemacht, 'Rosetta'"

Die Instrumente von "Rosetta" sollten auch in der Schlussphase Bilder schießen und Messungen vornehmen. Die Raumsonde hatte sich zwar schon mit Extrem-Tiefflügen dem Kometen trotz seiner Aktivität genähert und ihn unter die Lupe genommen - aber so nahe war sie noch nie.

"Gut gemacht, 'Rosetta', gut gemacht, 'Philae'", sagt Esa-Chef Jan Wörner in einer Videobotschaft an das Darmstadter Kontrollzentrum. Es ist ein letztes Lob für die beiden irdischen Begleiter von Tschuri, die bei Millionen Raumfahrtbegeisterten auf der Welt längst Kultstatus besitzen - und vielleicht so empfinden wie Paolo Ferri. "Mir geht es schlecht", sagt er nach "Rosettas" Ende. "Es tut sehr weh."

In einer weiteren Mission haben Esa-Wissenschaftler nun vor, zusammen mit der US-Raumfahrtagentur Nasa einen Asteroiden zu erforschen. Das Programm muss noch genehmigt werden.

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