Sie sind hier: Home > Panorama > Wissen >

Coronavirus – DIW-Chef: "Wir alle müssen für die Corona-Folgen zahlen"

Wissenschaftler im Podcast  

"Wir alle müssen für die Corona-Folgen zahlen"

Von Ursula Weidenfeld, Marc Krüger

18.03.2020, 07:47 Uhr
Coronavirus – DIW-Chef: "Wir alle müssen für die Corona-Folgen zahlen". "Deutschland wird dieses Mal nicht so glimpflich davonkommen", sagt DIW-Chef Marcel Fratzscher zur Corona-Krise. (Quelle: imago images)

"Deutschland wird dieses Mal nicht so glimpflich davonkommen", sagt DIW-Chef Marcel Fratzscher zur Corona-Krise. (Quelle: imago images)

Die Corona-Krise wird Deutschland nach Ansicht von DIW-Chef Fratzscher härter treffen als die meisten anderen Länder. Die Folgen würden alle zu spüren bekommen: "Das Virus kennt kein Einkommen und keine Hautfarbe."

Die Auswirkungen der Corona-Krise müssen nach Ansicht von Wirtschaftswissenschaftler Marcel Fratzscher alle Menschen in Deutschland schultern. Der Chef des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung sagte im t-online.de-Podcast "Tonspur Wissen", das Virus kenne kein Einkommen und keine Hautfarbe, sondern treffe Arme wie Reiche. Hören Sie den Podcast hier:

Deutschland werde im Unterschied zur Finanzkrise dieses Mal "nicht so glimpflich davonkommen", sagte Fratzscher in dem Gespräch mit Moderatorin Ursula Weidenfeld. Jetzt gehe die gesamte Welt wahrscheinlich in eine Rezession. "Das dürfte diesmal Deutschland härter treffen als die meisten anderen", da es von Lieferketten abhängig sei, die nun unterbrochen sind, sagte der DIW-Chef.

"Italien ist das schwächste Glied in der Kette"

Besonders schnell würden aber die fünf Millionen Solo-Selbstständigen im Land die Krise spüren. Sie hätten meist nur wenig Puffer "und können das häufig am wenigsten gut verkraften", sagte der Wissenschaftler aus dem Verbund der Leibniz Gemeinschaft.

Sorgen macht sich Fratzscher momentan vor allem um Italien. Das vom Coronavirus in Europa am stärksten betroffene Land sei das schwächste Glied der Kette – mit weitreichenden Folgen für die EU: "Griechenland konnte Europa verkraften. Italien ist wirtschaftlich zehnmal so groß wie Griechenland. Das kann auch Deutschland nicht wegstecken", sagte Fratzscher im Podcast. Deshalb müsse Deutschland über Grenzen hinweg denken, nicht nur aus Solidarität, sondern "auch aus purem Eigennutz".

Der deutschen Politik stellte Fratzscher in der Krise bisher ein positives Zeugnis aus: Die Politiker "arbeiten Tag und Nacht, um das zu bewältigen." Und auch dies gehöre dazu: "Mal ehrlich sagen: Die kriegen das gut hin. Das heißt nicht, dass keine Fehler gemacht werden. Aber sie sind gut vorbereitet", sagte Fratzscher.

Den Podcast "Tonspur Wissen" von t-online.de und der Leibniz Gemeinschaft gibt es in allen Podcast-Apps auf Smartphones und Tablets und bei allen großen Plattformen:

Verwendete Quellen:

Liebe Leserinnen und Leser,

Leider können wir Ihnen nicht zu  allen Artikeln einen Kommentarbereich zur Verfügung stellen. Mehr dazu erfahren Sie in der Stellungnahme der Chefredaktion.

Eine Übersicht der aktuellen Leserdebatten finden Sie hier.

Gerne können Sie auch auf Facebook und Twitter zu unseren Artikeln diskutieren.

Ihr Community-Team

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

Ulla Popkenbonprix.deOTTOhappy-sizetchibo.deLIDLBabistadouglas.deBAUR

shopping-portal