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Coronavirus - Expertin: "Hamsterkäufe können in Krisen ein Sicherheitsgefühl geben"

PODCASTPsychologin zum Kaufverhalten  

"Hamsterkäufe können ein Sicherheitsgefühl geben"

Von Ursula Weidenfeld, Marc Krüger

19.03.2020, 07:16 Uhr
Coronavirus - Expertin: "Hamsterkäufe können in Krisen ein Sicherheitsgefühl geben". "Menschen reagieren in Krisenzeiten häufig mit Angst", sagt Diplom-Psychologin Donya Gilan zu Hamsterkäufen. (Quelle: imago images)

"Menschen reagieren in Krisenzeiten häufig mit Angst", sagt Diplom-Psychologin Donya Gilan zu Hamsterkäufen. (Quelle: imago images)

Hamsterkäufe von Toilettenpapier und Konserven sind in Krisenzeiten eine von mehreren normalen Reaktionen, sagt Diplom-Psychologin Donya Gilan im Podcast "Tonspur Wissen". Allerdings habe die Sache einen Haken. 

Hamsterkäufe in Krisenzeiten sind nach Angaben der Psychologin Donya Gilan vom Leibniz-Institut für Resilienzforschung in Mainz eine von mehreren normalen Reaktionen. "Das kann einem ein fiktives Sicherheitsgefühl geben", sagte sie im Podcast "Tonspur Wissen" von t-online.de und der Leibniz Gemeinschaft. Nur halte dieses Gefühl nicht lange vor: "Man wird am nächsten Tag wieder die gleiche Angst empfinden."

Auch Hass gegen Minderheiten ist nach Aussage der Forscherin eine bekannte Reaktion auf unsichere Zeiten. Dabei würden "für eine diffuse Angst Schuldige gesucht", um die eigene Unsicherheit zu verringern.

Andere wiederum verharmlosten die Krisensituation. Vernünftig sei das nicht, erklärte Gilan: "Die Sicherheitsmaßnahmen, die aktuell empfohlen werden, müssen tatsächlich auch eingehalten werden."

Die Lage rund um den Coronavirus-Ausbruch sei aber paradox, "weil man in Krisensituationen Rückhalt ganz häufig auch im sozialen Netzwerk sucht", zum Beispiel bei Familie und Freunden, sagte Gilan. Gleichzeitig werde aber empfohlen, soziale Kontakte eine Zeit lang zu vermeiden.

Tipps gegen die Corona-Angst

Gegen zu viel Angst in der Corona-Krise empfiehlt die Expertin vor allem drei Dinge: feste Routinen, Sport und Zuversicht. Dazu gehört laut Gilan auch, sich nicht ständig mit der aktuellen Lage zu beschäftigen, sondern sich zum Beispiel nur drei Mal am Tag zuverlässige Informationen zu holen.

Gut durch die Krise komme außerdem, wer auch mal das Gute sehe: "Die Menschen achteten viel mehr auf ihre Gesundheit", sagte Gilan. "Sie lernen auch, sich auf die Schwächeren innerhalb der Gesellschaft zu konzentrieren, auf Erkrankte, Ältere, sozial Benachteiligte."

Den Podcast "Tonspur Wissen" von t-online.de und der Leibniz Gemeinschaft gibt es in allen Podcast-Apps auf Smartphones und Tablets und bei allen großen Plattformen:

Verwendete Quellen:

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