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Coronavirus - "Wenn andere in Panik verfallen, ist das für mich ein Problem"

PODCASTBörsen-Experte  

"Wenn andere in Panik verfallen, ist das für mich ein Problem"

Von Ursula Weidenfeld, Marc Krüger

25.03.2020, 09:05 Uhr
Coronavirus - "Wenn andere in Panik verfallen, ist das für mich ein Problem". Der Ökonom Marcel Fratzscher erklärt, was Hamsterkäufe und Börsenpanik gemeinsam haben. (Quelle: imago images)

Der Ökonom Marcel Fratzscher erklärt, was Hamsterkäufe und Börsenpanik gemeinsam haben. (Quelle: imago images)

In unsicheren Zeiten wie der Corona-Krise achten Menschen eher darauf, was andere tun. Das ist ein Problem, sagt Ökonom Marcel Fratzscher – sowohl an der Börse, als auch im Supermarkt.

Statt der eigenen Eingebung zu folgen, orientieren sich Menschen in Krisenzeiten an dem, was andere tun, sagt Marcel Fratzscher vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung im t-online.de-Podcast "Tonspur Wissen". Die Börsen seien "ein sehr schönes Beispiel für dieses Herdenverhalten."

Panik an den Märkten entstehe immer dann, erklärt Fratzscher, "wenn die Menschen gar nicht wissen: Was sind die Fakten? Was sind die Tatsachen?". Zum Beispiel, wenn unklar sei, wie lange eine Krise dauere oder ob man selbst betroffen sei. 

In solch einer Situation schauten Menschen auf ihr Umfeld. Wenn dann andere im Supermarkt die Regale leer kauften, mache man sich dann ebenfalls Sorgen. "Selbst, wenn ich jetzt nicht in Panik verfallen würde, ist es für mich ein Problem, dass die anderen das tun", sagt Fratzscher. Nach demselben Prinzip entstünde auch Panik an den Börsen. 

Wirtschafts-Experte Marcel Fratzscher (Quelle: imago images)Wirtschafts-Experte Marcel Fratzscher (Quelle: imago images)

Die Politik hat aus der Finanzkrise gelernt

Für den Wirtschaftsexperten Fratzscher ist es deshalb in Krisenzeiten "extrem wichtig", dass Politik wieder Vertrauen schaffe. Die Bundesregierung habe dabei aus der Finanzkrise gelernt und auf die Gefahren des Coronavirus frühzeitig reagiert. Die Maßnahmen bisher seien aber noch nicht genug: "Da wird noch einiges kommen müssen."

So sei es für viele kleine und mittlere Unternehmen nicht das Problem, dass sie keine Kredite bekämen, sagte Fratzscher: "Sie können Kredite einfach nicht mehr zurückzahlen." Diese Firmen müssten "letztlich entweder Geld geschenkt bekommen oder eine Beteiligung durch den Staat". Beim "Geschäft um die Ecke" sei das aber schwieriger als bei börsennotierten Unternehmen.


Die unsichere Lage, die bei vielen Menschen Panik auslöst, kann nach Aussage des Ökonomen aber auch unerwartet wieder vorbei sein – etwa, wenn die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus plötzlich stark zurückgehe. Dann könne es passieren, sagt Fratzscher, "dass auf einmal die Finanzmärkte aufatmen, die Unternehmen wieder anfangen, Fluglinien agieren, Transportwege wieder offen sind."

Den Podcast "Tonspur Wissen" von t-online.de und der Leibniz Gemeinschaft gibt es in allen Podcast-Apps auf Smartphones und Tablets und bei allen großen Plattformen:

Verwendete Quellen:

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