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Coronavirus – Experte: "Solche Viren aus dem Tierreich werden zunehmen"

Experte im Podcast zu Corona  

"Solche Viren aus dem Tierreich werden zunehmen"

Von Ursula Weidenfeld, Marc Krüger

26.03.2020, 15:47 Uhr
Coronavirus – Experte: "Solche Viren aus dem Tierreich werden zunehmen". Ein Mann im Schutzanzug kontrolliert an der deutsch-polnischen Grenze die Körpertemperatur eines Einreisenden: Das Coronavirus ist offenbar von Tieren auf den Menschen übergegangen. (Quelle: imago images)

Ein Mann im Schutzanzug kontrolliert an der deutsch-polnischen Grenze die Körpertemperatur eines Einreisenden: Das Coronavirus ist offenbar von Tieren auf den Menschen übergegangen. (Quelle: imago images)

Das neue Coronavirus stammt aus dem Tierreich. Der Zoologe und Wildtierforscher Heribert Hofer warnt im Podcast: Solch ein Übergang von Tier-Viren auf den Menschen könnte künftig häufiger vorkommen.

Das neue Coronavirus Sars-CoV-2 komme zwar von Tieren, Haustiere wie Hunde und Katzen können sich "nach gegenwärtigem Kenntnisstand" aber nicht damit infizieren. Das sagt der Direktor des Leibniz-Instituts für Zoo- und Wildtierforschung in Berlin, Heribert Hofer, im t-online.de-Podcast "Tonspur Wissen".

Zwar gebe es andere Coronaviren, die bei Hunden, Katzen oder Wildtieren vorkämen. "Nach bisheriger Kenntnis" seien diese Viren "normalerweise nicht die Coronaviren, die den Menschen infizieren", erklärt Hofer.

Ursprung solcher Erreger seien oft Tiermärkte in Ostasien, zum Beispiel in China. "Die Herausforderung mit diesen Tiermärkten ist erstens, dass die Tiere dort sehr dichtgedrängt aufeinander gestapelt werden, in kleinsten Käfigen", sagt Wildtierforscher Hofer. Zweitens seien die Tiere in schlechtem Zustand und kämen mit den Menschen dort "in sehr, sehr engen Kontakt." 

Menschen haben sich den Tieren genähert

Die Menschen müssen sich laut Hofer außerdem darauf einstellen, dass die Übertragung von tierischen Viren auf den Menschen häufiger vorkommen werde, "weil wir in die letzten Winkel der Welt vordringen" – zum Beispiel durch Landnutzung. Daher hätten Wildtiere gar keine Chance, nicht mit Menschen in Kontakt zu treten. Hofer stellt aber klar: "Wir haben uns den Tieren genähert. Es sind nicht die Tiere, die sich an uns genähert haben."

Die Suche nach dem Ursprung des Coronavirus

Illegaler Handel: Die Suche nach dem Ursprung des Coronavirus offenbart das Ausmaß der Machenschaft. (Quelle: t-online.de)

Nach Aussage des Experten gibt es Krankheitsausbrüche wie momentan durch das Coronavirus in der Wildtierwelt häufiger. Die Vogelgrippe zum Beispiel zirkuliere auch in Wildtieren. "Es ist aber völlig unklar, wie und unter welchen Bedingungen" die Vogelgrippe auf den Menschen übertrete.

Um diese und weitere wissenschaftliche Fragen zu lösen, müssten Humanmediziner, Wildtiermediziner und Veterinärmediziner systematisch zusammenarbeiten. Das geschieht laut Hofer bisher aber nur in Ausnahmen.

Den Podcast "Tonspur Wissen" von t-online.de und der Leibniz Gemeinschaft gibt es in allen Podcast-Apps auf Smartphones und Tablets und bei allen großen Plattformen:

Verwendete Quellen:

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