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Coronavirus - "Gegen das Schließen der Wirtschaft kann man nicht anfinanzieren"

PODCASTifo-Chef Fuest  

"Gegen das Schließen der Wirtschaft kann man nicht anfinanzieren"

Von Ursula Weidenfeld, Marc Krüger

30.03.2020, 22:25 Uhr
Coronavirus - "Gegen das Schließen der Wirtschaft kann man nicht anfinanzieren". "Es war wichtig, dass der Staat in den letzten Jahren die Verschuldung zurückgefahren hat", sagt ifo-Chef Clemens Fuest. (Quelle: imago images)

"Es war wichtig, dass der Staat in den letzten Jahren die Verschuldung zurückgefahren hat", sagt ifo-Chef Clemens Fuest. (Quelle: imago images)

Eine wirtschaftliche Situation wie durch die Corona-Krise ist "beispiellos", sagt ifo-Chef Clemens Fuest im "Tonspur Wissen"-Podcast. Eine Rezession sei unausweichlich. Trotzdem habe Deutschland einen Vorteil.

Der Chef des ifo-Instituts für Wirtschaftsforschung, Clemens Fuest, fordert in der Corona-Krise perspektivisch eine Strategie, die Wirtschaft schrittweise wieder zu öffnen. Das Herunterfahren aufgrund der Epidemie sei "ein Problem, gegen das man nicht anfinanzieren kann", sagt Fuest im t-online.de-Podcast "Tonspur Wissen". Hören Sie hier die gesamte Folge:

"Wir müssen letztlich Gesundheitsschutz und Wirtschaft miteinander vereinbaren", erklärt der Volkswirtschaftler. Eine Rezession sei unausweichlich. Einen moderaten bis kurzfristig auch kräftigen Abschwung könne Deutschland zwar aushalten, sagt Fuest. Wenn es aber in Richtung eines zweistelligen Verlusts gehe, "dann wissen wir nicht wirklich, was die Wirtschaft noch aushalten kann." Diese Situation sei beispiellos in der Geschichte der Bundesrepublik.

Staat hat Spielräume durch Sparpolitik

Dass sich Deutschland jetzt verschulde, um etwa Unternehmen mit Krediten zu helfen, sei "eine Last, die dann über viele Jahre abgetragen werden muss", sagt Fuest. Der Staat habe aber "erhebliche Spielräume" nach oben, "unter anderem durch die Schwarze Null." Doch diese Spielräume fehlten dann künftig: "Wir sind ja in einer Situation, in der wir jetzt viele Verpflichtungen in Zukunft haben, weil die Bevölkerung altert: hohe Lasten, hohe Rentenversprechen." Wer diese Lasten zu tragen habe, werde die Politik in "harten Auseinandersetzungen" entscheiden müssen.

Fuest ruft die Europäische Union außerdem auf, vom Coronavirus besonders betroffenen Ländern wie Italien und Spanien zu helfen. Möglich seien etwa sogenannte Corona-Bonds, mit denen die EU-Staaten einmalig gemeinsam Schulden aufnehmen und so die Kosten der Krise auffangen.

Europäische Solidarität in der Krise

Vorher aber müsse unter anderem festgelegt werden, wie die Schuldentilgung finanziert werden soll, sagt Fuest: In dieser außerordentlichen Situation sei ein solches Signal europäischer Solidarität auch eine Investition in den europäischen Zusammenhalt, "vielleicht auch die gemeinsame Handlungsfähigkeit nach dieser Krise."

Den Podcast "Tonspur Wissen" von t-online.de und der Leibniz Gemeinschaft gibt es in allen Podcast-Apps auf Smartphones und Tablets und bei allen großen Plattformen:

Verwendete Quellen:

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