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Psychologin zur Coronavirus-Krise: "Nicht gleich Artikel teilen oder liken"

PODCASTPsychologin zu Corona-Angst  

"Wir sind nicht sehr geübt im Umgang mit Unsicherheiten"

Von Ursula Weidenfeld, Marc Krüger

02.04.2020, 16:08 Uhr
Psychologin zur Coronavirus-Krise: "Nicht gleich Artikel teilen oder liken". Unsicherheit kann zu Stress und Panik führen – doch es gibt Lösungen.   (Quelle: imago images)

Unsicherheit kann zu Stress und Panik führen – doch es gibt Lösungen. (Quelle: imago images)

Einschränkungen und Informationsflut – Angst vor dem Coronavirus kann sich momentan schnell aufbauen. Diplom-Psychologin Donya Gilan erklärt im Podcast, wie es dazu kommt und was Betroffene tun können.

In der Corona-Krise zeigt sich, dass viele Menschen in Deutschland nicht sehr geübt darin sind, Unsicherheiten auszuhalten. Leider könne man auch nicht "von einem Tag auf den anderen seine Widerstandsfähigkeit innerhalb solcher Krisensituationen aufbauen", sagt die Diplom-Psychologin Donya Gilan vom Leibniz-Institut für Resilienzforschung im t-online.de-Podcast "Tonspur Wissen". Das sei ein längerer Prozess.

Hören Sie hier die komplette Folge:

Hinzu kämen andere Faktoren: Auch die geltenden Sicherheitsmaßnahmen, "also dass man Abstand halten muss, dass man nicht mehr die Hände reichen sollte", seien Aspekte, die die Menschen stark verunsicherten, "weil sie in den sozialen Kontext eingreifen", sagt Gilan.

Auch die Flut an Informationen müssten Menschen in dieser Lage erst einmal verarbeiten. Deshalb empfinden "viele eben Panik und müssen sich erst mal mit der Komplexität der Situation auseinandersetzen." Das könne zu großer Unsicherheit und Ängsten innerhalb der Gesellschaft führen.

Vertrauenswürdige Medien und gesundes Misstrauen

Diplom-Psychologin Donya Gilan (Quelle: Kristina Schäfer)Diplom-Psychologin Donya Gilan (Quelle: Kristina Schäfer)

Wer das Gefühl habe, die Kontrolle über die Lage zu verlieren, sollte sich einerseits Informationen von fundierten Quellen und Institutionen besorgen, zum Beispiel aus namhaften, vertrauenswürdigen Medien. Gilan rät auch, dass Menschen sich mit gesundem Misstrauen im Netz bewegen und "auch nicht gleich Artikel teilen oder liken."

Auch im persönlichen Umfeld könnten Menschen nach Rat suchen – oder bei den Hotlines wie der Telefonseelsorge: "Allein das Wissen, dass man sich auf andere Personen berufen kann, wenn man zu starke Angst hat, kann dazu führen, dass Stressantworten geringer ausfallen", sagt die Psychologin Gilan.

Alle weiteren Podcast-Themen rund um die Folgen des Coronavirus finden Sie hier in die Übersicht.

Den Podcast "Tonspur Wissen" von t-online.de und der Leibniz Gemeinschaft gibt es in allen Podcast-Apps auf Smartphones und Tablets und bei allen großen Plattformen:

Verwendete Quellen:

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