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Coronavirus - "Erfolgsmeldungen mit Patienten werden noch eine ganze Zeit dauern"

PODCASTCorona-Medikamente  

Kritik an Trump-Empfehlung: "Die Chloroquin-Daten sehe ich kritisch"

Von Ursula Weidenfeld, Marc Krüger

09.04.2020, 10:38 Uhr
Coronavirus - "Erfolgsmeldungen mit Patienten werden noch eine ganze Zeit dauern". Suche nach Covid-19-Therapie: vier Medikamente sind bisher im Gespräch. (Quelle: imago images)

Suche nach Covid-19-Therapie: vier Medikamente sind bisher im Gespräch. (Quelle: imago images)

Weltweit suchen Wissenschaftler nach Medikamenten gegen Covid-19. Vor allem vier sind besonders im Gespräch. Doch die Biologen Markus Hoffmann und Stefan Pöhlmann warnen ausgerechnet vor dem Mittel, das US-Präsident Donald Trump anpreist.

Auf der Suche nach einem Wirkstoff gegen die Lungenkrankheit Covid-19 forschen Wissenschaftler auch mit bereits zugelassenen Medikamenten. Der Biologe Stefan Pöhlmann mahnt im t-online.de-Podcast "Tonspur Wissen" aber zur Vorsicht: "Bis Erfolgsmeldungen im Patienten möglich sind, wird es sicherlich noch eine ganze Zeit lang dauern", sagt der Professor vom Deutschen Primatenzentrum in Göttingen. Hören Sie hier die komplette Episode:

Von den momentan vier Medikamenten, die gegen Covid-19 im Gespräch sind, ist nach Ansicht von Pöhlmann das Ebola-Mittel Remdesivir "am vielversprechendsten". Er fügt aber hinzu: "Das ist ein Feld, das ständig in Bewegung ist und das ständig durch neue Kandidaten aufgefüllt wird".

Das Malaria-Mittel Hydroxychloroquin, das vor allem US-Präsident Donald Trump zuletzt immer wieder als Hoffnungsschimmer im Kampf gegen Covid-19 gepriesen hat, sieht der Biologe Pöhlmann kritisch. "Diese Einschätzung würde ich nicht unbedingt teilen wollen". Bei Chloroquin sei "bekannt, dass bei Überdosierung relativ rasch toxische Effekte auftreten können".

Noch unbekannt: Woher stammt das Coronavirus?

Nach Angaben von Pöhlmann und seinem Kollegen Markus Hoffmann ist schon vieles über das neuartige Coronavirus bekannt: Erbinformationen, wie es sich vermehrt und wie es übertragen werden kann. Unbekannt sei allerdings, von welchem Tier genau das Virus stammt. "Man weiß auch noch nicht, wie lange das Virus jetzt schon wirklich in den Menschen zirkuliert", erklärt Hoffmann. "Und für uns ganz relevant ist: Welche Art von Immunschutz wird aufgebaut nach Überstehen dieser Infektion?"

Pöhlmann und Hoffmann forschen selbst an Affen nach einem Wirkstoff. "Wir gehen davon aus, dass das Covid-19-Erkrankungsbild in nicht-menschlichen Primaten besonders gut abgebildet werden kann“, sagt Pöhlmann zur Begründung.

Infektionsbiologen Prof. Stefan Pöhlmann und Dr. Markus Hoffmann (Quelle: Deutsches Primatenzentrum/Karin Tilch)Infektionsbiologen Prof. Stefan Pöhlmann und Dr. Markus Hoffmann (Quelle: Deutsches Primatenzentrum/Karin Tilch)

Außerdem sei für manche Coronaviren bekannt, dass nicht nur gute, sondern auch schädliche Antikörper gebildet werden könnten, die die Infektionen verstärken. "Um eine solche Problematik zu überprüfen, braucht man ein gutes Modell, und hier sind aus meiner Sicht nicht-menschliche Primaten besonders wichtig", erklärt Pöhlmann.

Alle weiteren Podcast-Themen rund um die Folgen des Coronavirus finden Sie hier in der Übersicht.



Den Podcast "Tonspur Wissen" von t-online.de und der Leibniz Gemeinschaft gibt es in allen Podcast-Apps auf Smartphones und Tablets und bei allen großen Plattformen:

Verwendete Quellen:

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