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Corona-Krise – DIW-Chef: "Sozialsystem muss die Schwächsten auffangen"

PODCASTDIW-Chef Fratzscher im Podcast  

"Die Krise erhöht erst einmal die Ungleichheit"

Von Ursula Weidenfeld, Marc Krüger

16.04.2020, 16:20 Uhr
Corona-Krise – DIW-Chef: "Sozialsystem muss die Schwächsten auffangen". DIW-Chef Marcel Fratzscher: Der Ökonom plädiert für ein Konjunkturpaket in Milliardenhöhe. (Quelle: imago images/Felix Zahn/photothek.netx)

DIW-Chef Marcel Fratzscher: Der Ökonom plädiert für ein Konjunkturpaket in Milliardenhöhe. (Quelle: Felix Zahn/photothek.netx/imago images)

Deutschland wird die Corona-Krise mit am besten bewältigen, glaubt der renommierte Wirtschaftsforscher Marcel Fratzscher. Auch er sagt aber: Es gibt Menschen, für die es nicht so gut aussieht.

Wer in schlecht bezahlten Berufen mit geringer Jobqualifikation arbeitet, den wird nach Ansicht von Marcel Fratzscher auch die Corona-Krise am schlimmsten treffen. "Wirtschaftlich gesehen erhöht eine Krise erst einmal die Ungleichheit", sagt der Chef des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung im Podcast "Tonspur Wissen". Die schwächsten Mitglieder einer Gesellschaft litten am meisten, "weil sie sich am wenigsten schützen können." Hören Sie hier die komplette Folge:

Der Ökonom hofft deshalb auf Solidarität in der Gesellschaft: "Der Ursprung der Krise ist ja nicht im Finanzsystem, sondern ein Virus, das potenziell jeden Menschen betreffen kann." Das Coronavirus erfordere daher von jedem, sich an gewisse Regeln zu halten, sagt Fratzscher. "Es ist egal, wie viel Einkommen sie haben, ist egal, wer sie sind. Diese Risiken oder diese Unterschiede kennt das Virus nicht."

Optimistisch stimmt den Wirtschaftsexperten auch, dass in der Corona-Krise kaum jemand wirtschaftlich von der Rezession profitieren könne – "wenn man jetzt mal Apotheken und Verkäufer von Toilettenpapier und Pasta ausnimmt."

In Krisenzeiten enger zusammenstehen

Fratzscher setzt zudem auf die soziale Marktwirtschaft. Sie bedeutet für ihn, "auch in Krisenzeiten enger zusammenzustehen, ein Sozialsystem zu haben, das gerade dann die Schwächsten auffängt, sei es im Gesundheitssystem, sei es im Arbeitsmarkt." Daher sei er fest davon überzeugt, dass Deutschland besser aus der Krise hervorkommen werde:
"Besser in dem Sinne, dass weniger Menschen sterben, weniger Menschen infiziert werden und die wirtschaftliche Erholung nachher schneller gehen kann, weil nicht so viele Unternehmen pleitegehen."

Damit die Wirtschaft nach der Krise wieder in Schwung kommt, hat Fratzscher im Interview mit t-online.de bereits ein umfassendes staatliches Konjunkturprogramm gefordert – unter anderem mit Hilfen für Unternehmen und Steuersenkungen. Auch eine zeitweise niedrigere Mehrwertsteuer kann er sich vorstellen.

Alle weiteren Podcast-Themen rund um die Folgen des Coronavirus finden Sie hier in der Übersicht.



Den Podcast "Tonspur Wissen" von t-online.de und der Leibniz Gemeinschaft gibt es in allen Podcast-Apps auf Smartphones und Tablets und bei allen großen Plattformen:

Verwendete Quellen:

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