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Coronavirus: "Wir wähnen uns in einer Sicherheit, die eigentlich nicht da ist"

PODCASTBiologe zu Viren und Bakterien  

"Wir wähnen uns in einer Sicherheit, die eigentlich nicht da ist"

Von Ursula Weidenfeld, Marc Krüger

17.04.2020, 16:00 Uhr
Coronavirus: "Wir wähnen uns in einer Sicherheit, die eigentlich nicht da ist". "Wir sollten Infektionskrankheiten nicht unterschätzen", sagt Paläobiologe Pierre Stallforth aus Jena im Podcast. (Quelle: HKI Jena/Anna Schroll)

"Wir sollten Infektionskrankheiten nicht unterschätzen", sagt Paläobiologe Pierre Stallforth aus Jena im Podcast. (Quelle: HKI Jena/Anna Schroll)

Das Coronavirus überträgt sich durch Husten und Niesen. Darin ähnelt es der Pest, die sich aber inzwischen behandeln lässt. Warum das bei Covid-19 nicht klappt, erklärt Paläobiologe Pierre Stallforth.

Das neue Coronavirus zeigt, wie schnell sich Erreger weltweit ausbreiten können. "Das ist etwas, wo ich wirklich große Probleme für die Zukunft sehe", sagt Pierre Stallforth vom Leibniz-Institut für Naturstoff-Forschung in Jena. Hinzu komme die Problematik der multiresistenten Keime, erklärt der Paläobiologe im t-online.de-Podcast "Tonspur Wissen". Hören Sie hier die komplette Folge:

"Ich denke, dass wir gelernt haben, dass Infektionskrankheiten nicht unterschätzt werden sollten", sagt Stallforth zur aktuellen Corona-Pandemie. "Wir wähnen uns heutzutage sehr oft in einer Sicherheit, die eigentlich nicht da ist." Von Bakterien wisse man etwa, dass sie schnell mutieren könnten: "Die können Resistenzen entwickeln und diese auch von anderen Bakterien aufnehmen."

Antibiotika wirken gegen Bakterien, nicht gegen Viren

Im Gegensatz zu Bakterien, die eigene Lebewesen und oft größer seien, seien Viren wie Corona infektiöse Strukturen oder Teilchen, erklärt Stallforth. "Die sind wirklich abhängig von einer Wirtszelle und nehmen die Maschinerien, die die Wirtszellen haben, um sich selber vermehren zu können."

Der Unterschied sei bei Bakterien oft außerdem, wie sie übertragen werden, sagt der Paläobiologe. Es gebe viele Bakterien, bei denen die Übertragung nicht so schnell und effektiv sei wie bei Covid-19. "Aber wir kennen Epidemien und Pandemien, bei denen auch Bakterien durch Tröpfcheninfektion verbreitet werden, wenn wir zum Beispiel an die Pest denken", erklärt Stallforth. Die große Seuche früherer Jahrhunderte wäre inzwischen aber kein Problem: "Die Pest ist heutzutage tatsächlich auch durch Antibiotika behandelbar." Diese wirken allerdings nur gegen Bakterien, nicht bei Virusinfektionen wie Corona. 

Alle weiteren Podcast-Themen rund um die Folgen des Coronavirus finden Sie hier in der Übersicht.



Den Podcast "Tonspur Wissen" von t-online.de und der Leibniz-Gemeinschaft gibt es in allen Podcast-Apps auf Smartphones und Tablets und bei allen großen Plattformen:

Verwendete Quellen:

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