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"Die meisten Menschen stresst der Verlust der sozialen Kontakte"

PODCASTEinsamkeit in Corona-Zeiten  

"Die meisten Menschen stresst der Verlust der sozialen Kontakte"

Von Ursula Weidenfeld, Marc Krüger

20.04.2020, 05:59 Uhr
. "Man kann zu einem gewissen Grade etwas im Kopf auch positiv umbewerten", sagt Neurowissenschaftler Raffael Kalisch. (Quelle: Andrea Schombara)

"Man kann zu einem gewissen Grade etwas im Kopf auch positiv umbewerten", sagt Neurowissenschaftler Raffael Kalisch. (Quelle: Andrea Schombara)

Die Kontaktsperre in Corona-Zeiten führt zu mehr Einsamkeit – und die ist momentan eines der größten Probleme. Neurowissenschaftler Raffael Kalisch erklärt, wie man am besten damit umgeht.

Fast 90 Prozent der Menschen stresst, dass sie wegen des Coronavirus nicht wie üblich Verwandte, Freunde und Kollegen treffen können. Das zeigt eine aktuell laufende Studie des Mainzer Resilienzforschers Professor Raffael Kalisch. "Was nur noch schwerer wiegt, ist offenbar, in den Medien negative Nachrichten zu hören", sagt Kalisch im t-online.de-Podcast "Tonspur Wissen". Hören Sie hier die komplette Folge:

Interessant sei, dass Ältere dabei nicht unbedingt einsamer seien als Jüngere, sagt der Neurowissenschaftler. Im Gegenteil sei es oft der Fall, "dass ältere Menschen, die ja prinzipiell eigentlich mehr unter Einsamkeit leiden müssen, weil sie zunehmend soziale Kontakte verlieren, offenbar teilweise in der Lage sind, das zu kompensieren."

So kann man selbst etwas tun

Laut Kalisch konzentrieren sich die Älteren in der Krise mehr auf besonders nahe Kontakte, aber auch auf positive Dinge: "Es ist eben doch irgendwie auch eine Sache, die im Kopf stattfindet. Und damit kann ich letztendlich auch etwas daran machen."

So gehe es eher um "die subjektive Bewertung" als um "ein objektives Vorhandensein von Problemen", sagt Kalisch. Positives Denken helfe, das Gefühl der Einsamkeit zu reduzieren. "Vielleicht gehe ich mal in mich", rät der Neurowissenschaftler: "Was sind denn eigentlich Dinge, die wichtig für mich sind? Ist es vielleicht so, dass es mir gar nicht so schlecht geht wie anderen?" Auch die Situation zu akzeptieren und etwas Gutes daraus zu machen sei eine Möglichkeit. Und weitere: "Kann ich selbst anderen dabei helfen, ihre Einsamkeit zu überwinden?"

Was es bewirkt, fremde Menschen anzulächeln

Weiter sagt Kalisch, dass positives Denken und positives Handeln einander verstärken. Auch das Wissen um frühere gemeisterte Krisen könnte helfen, die Einsamkeit in der Corona-Pandemie zu bewältigen. Und: "Fremde anlächeln aktiviert offenbar das Belohnungssystem im Gehirn", sagt der Resilienzforscher. "Wir alle kennen diese Erfahrungen, wenn ich auf Menschen anders zugehe, dann gehen die auch wiederum auf mich anders zu."

Wenn Sie an der laufenden Studie von Prof. Kalisch teilnehmen möchten, finden Sie den Fragebogen und Informationen dazu hier.

Alle weiteren Podcast-Themen rund um die Folgen des Coronavirus finden Sie hier in der Übersicht.



Den Podcast "Tonspur Wissen" von t-online.de und der Leibniz-Gemeinschaft gibt es in allen Podcast-Apps auf Smartphones und Tablets und bei allen großen Plattformen:

Verwendete Quellen:

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