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Coronavirus - IfW-Chef: "Wir werden über Steuererhöhungen nachdenken müssen"

PODCASTWirtschaftsexperte zu Corona-Folgen  

"Wir werden über Steuererhöhungen nachdenken müssen"

Von Ursula Weidenfeld, Marc Krüger

24.04.2020, 14:48 Uhr
Coronavirus - IfW-Chef: "Wir werden über Steuererhöhungen nachdenken müssen". Prof. Gabriel Felbermayr rät: Trotz Corona-Krise den Soli wie geplant abschaffen.  (Quelle: imago images/IPON)

Prof. Gabriel Felbermayr rät: Trotz Corona-Krise den Soli wie geplant abschaffen. (Quelle: IPON/imago images)

Die Corona-Folgen werden die Deutschen auch durch höhere Steuern bezahlen müssen, sagt Wirtschaftsexperte Gabriel Felbermayr im Podcast. Trotzdem ist er dafür, bestimmte Steuern abzuschaffen. 

Die Deutschen erwartet wegen der Corona-Pandemie die vermutlich "größte Rezession in der Nachkriegszeit". Das sagt der Präsident des Instituts für Weltwirtschaft IfW in Kiel, Gabriel Felbermayr, im t-online.de-Podcast "Tonspur Wissen". "Wir reden über zig Milliarden Euro", erklärt der Experte. "Die gesundheitspolitischen Anstrengungen müssen ja auch finanziert werden." Hören Sie hier die komplette Folge:

Felbermayr wird deutlich: "Wir werden über kurz oder lang über Steuererhöhungen nachdenken müssen." Das sei nicht anders möglich. Wenn die Wirtschaftsleistung massiv einbreche, lasse sich das nicht kompensieren durch höhere Steuern der Gutverdienenden. "Das sollte man auch nicht tun, die jetzt noch stärker zu belasten", sagt Felbermayr, "weil damit ja dann auch für diese Personengruppen oder Unternehmen die Anreize, zu produzieren, Arbeit anzubieten, kleiner würden."

Trotz Krisenkosten den Soli abschaffen

Höhere Steuern aber seien nichts, das während der Krise entschieden werden sollte. Vielmehr schlägt Felbermayr vor, wie geplant den Solidaritätszuschlag abzuschaffen, statt dies wegen der Corona-Kosten zu verschieben. "Wir sollten nicht Dinge, die ordnungspolitisch richtig waren vor der Krise, jetzt in Frage stellen", sagt der IfW-Präsident. Dies gelte auch für die Bepreisung von CO2: "Daran sollte man auch festhalten," obwohl es Unternehmen zusätzlich belasten könne. "Das sind Leitplanken, an denen sich die Gesellschaft und die Wirtschaft orientieren kann."

Felbermayr rechnet zudem mit einem wahrscheinlichen Aufschwung im kommenden Jahr – also direkt vor der Bundestagswahl. Da die Menschen momentan keine Autos kauften oder nicht in den Urlaub fahren könnten, holten sie dies 2021 möglicherweise nach. "Das heißt, es kann durchaus passieren, dass im Vorfeld dieser Wahl Deutschland sich in einer Art Wirtschaftsboom befindet", sagt der Wissenschaftler.

Alle weiteren Podcast-Themen rund um die Folgen des Coronavirus finden Sie hier in der Übersicht.

Den Podcast "Tonspur Wissen" von t-online.de und der Leibniz-Gemeinschaft gibt es in allen Podcast-Apps auf Smartphones und Tablets und bei allen großen Plattformen:

Verwendete Quellen:

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