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Coronavirus – Experte: "Der eine oder andere Corona-Test wird nicht so gut sein wie erhofft"

PODCASTExperte zu Schnelltests  

"Der eine oder andere Corona-Test wird nicht so gut sein wie erhofft"

Von Ursula Weidenfeld, Marc Krüger

27.04.2020, 17:37 Uhr
Coronavirus – Experte: "Der eine oder andere Corona-Test wird nicht so gut sein wie erhofft". Jürgen Popp: "Die Anforderungen an Corona-Schnelltests sind extrem hoch." (Quelle: Leibniz-IPHT/Sven Döring)

Jürgen Popp: "Die Anforderungen an Corona-Schnelltests sind extrem hoch." (Quelle: Leibniz-IPHT/Sven Döring)

Verlässliche Tests sind eine wichtige Voraussetzung, um die Corona-Pandemie in den Griff zu bekommen. Experte Jürgen Popp erklärt im Podcast, was diese Schnelltests alles können müssen – und welche Probleme es gibt.

Verlässliche Schnelltests auf Corona-Antikörper sind immens wichtig, um die Pandemie einzudämmen und herauszufinden, wer immun gegen das neue Coronavirus ist. Einige Schnelltests sind schon im Einsatz. Doch Jürgen Popp vom Leibniz-Institut für Photonische Technologien in Jena sagt im Podcast "Tonspur Wissen": "Ich gehe mal davon aus, dass sich durchaus herausstellen wird, dass der eine oder andere Test doch nicht so gut ist, wie man sich das erhofft hat." Hören Sie hier die komplette Folge:

"Insgesamt stehen wir vor dem Dilemma: Alle rufen nach Tests.
Gleichzeitig möchte man aber natürlich einen hundertprozentigen Test haben", gibt Popp zu bedenken. "Und das Coronavirus ist noch nicht so lange hier vorhanden, dass man das Ganze in der Kürze der Zeit auf den Weg bekommen kann."

Popp geht trotzdem davon aus, dass "zeitnah" verlässliche Tests zur Verfügung stehen können – vielleicht sogar schon "in den nächsten Wochen". Der Chemiker erklärt im Podcast von t-online.de und der Leibniz-Gemeinschaft: "Dadurch, dass es jetzt auch die Antikörper-Labortests gibt, wird man sehr schnell die guten von den schlechten Antikörpertests validieren können."

Auch Deutschland könne an Kapazitätsgrenze kommen

Mit diesen Tests können Ärzte dann nachweisen, ob jemand schon einmal mit dem Coronavirus infiziert war und möglicherweise immun ist. Um allerdings zu bestimmen, ob jemand an Covid-19 erkrankt ist, braucht es nach wie vor die Experten, sagt Popp: "Diese Tests können momentan nur in Speziallaboren ablaufen und sind relativ teuer."

Ein Vorteil sei, dass es in Deutschland sowohl viele solcher Labore als auch qualifiziertes Personal gebe. "Labortechnisch, würde ich sagen, ist Deutschland sehr gut aufgestellt." Allerdings warnt Popp: "Ohne neue und einfachere Verfahren werden wir auch irgendwann an die Kapazitätsgrenzen stoßen." Zum Beispiel, wenn tatsächlich flächendeckend getestet werden soll. 

Das Problem mit den Tests für die Masse

Die Anforderungen an Corona-Schnelltests für den Einsatz in der Masse seien extrem hoch, erklärt Popp: "Die müssen auf der einen Seite günstig sein, in der Handhabung sehr einfach." Außerdem müssten sie vor der Zulassung erst einmal an einer großen Zahl von Patienten geprüft werden. "Diese Verifizierung und Validierung sind natürlich extrem zeitaufwendig, und es ist der Bedarf an sehr gut charakterisierten Proben notwendig", sagt er.

Popp und sein Institut haben an einem Antikörper-Schnelltest mitgearbeitet. Dieser funktioniere "eigentlich wie ein Schwangerschaftstest", erklärt er: "Das heißt also, man hat eine Kartusche, gibt lediglich einen Blutstropfen drauf und nach zehn Minuten liegt das Testergebnis vor." Man könne dadurch nachweisen, ob beispielsweise eine Person bereits immun sei. Weitere, aufwendigere Labortests könne dieses Verfahren aber noch nicht ersetzen.

Alle weiteren Podcast-Themen rund um die Folgen des Coronavirus finden Sie hier in der Übersicht.

Den Podcast "Tonspur Wissen" von t-online.de und der Leibniz-Gemeinschaft gibt es in allen Podcast-Apps auf Smartphones und Tablets und bei allen großen Plattformen:

Verwendete Quellen:

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